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Le nozze di Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Oper in vier Akten
Text von Lorenzo Da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
Uraufführung am 1. Mai 1786, Burgtheater, Wien

Gekürzte Fassung ohne Chor

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar auf YouTube)

Änderungen vorbehalten für die zweite Serie im Februar / März 2021!

Musikalische Leitung Rory Macdonald

Graf Almaviva Liviu Holender
Gräfin Almaviva Adriana Gonzalez
Figaro Gordon Bintner
Susanna Bianca Tognocchi
Cherubino Bianca Andrew
Marzelline Cecelia Hall
Bartolo Anthony Robin Schneider
Antonio Franz Mayer
Barbarina Ekin Su Paker°
Basilio / Don Curzio Michael McCown

° Mitglied des Opernstudios

(…) Intendant Bernd Loebe zufolge war es nicht möglich, die ursprüngliche Inszenierung von drei Stunden coronagerecht umzusetzen. Caterina Panti Liberovici wagte eine Neufassung, die – flankiert vom stimmungsvollen Licht Olaf Winters – als ebenbür­tiger Ersatz in schwierigen Zeiten vom Publikum mit viel Beifall be­dacht wurde. Liberovici arbeitete nach einer Art Setzkasten-System, bei dem jedem Darsteller ein fes­ter, abgeteilter Raum zur Verfü­gung steht. Zwischen den Abtei­len befinden sich durchsichtige Trennwände, so dass Berührungen, von denen es im beziehungs­reichen Figaro so viele gibt, nur angedeutet werden müssen. Das Publikum hat seine Freude und das Gesundheitsamt seine Ruhe. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Musikalisch ist ungetrübtes Mozart-Glück zu erleben. Gordon Bintner ist für den Figaro eine Traumbesetzung. Der junge Bariton verfügt über geschmeidiges Material mit virilem Kern und einer eleganten Höhe. Sein Figaro hat nichts Derbes. Mit seiner biegsamen und nobel geführten Stimme erinnert er – der Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen – an den jungen José van Dam. Ihm zur Seite steht seine Ensemblekollegin Bianca Tognocchi, die in ihrem Debüt als Susanna mit quirligem Spiel und glockenhellem Sopran überzeugt. Auch für den Grafen und die Hosenrolle des Cherubino bietet das Ensemble mit Liviu Holender und Bianca Andrew rollendeckende Besetzungen. Aus dem hauseigenen Reservoire an unverbrauchten, frischen Stimmen werden selbst für das Buffo-Paar ungewöhnlich junge Sänger aufgeboten: Cecelia Hall singt ihre erste Marzelline mit derart intensivem Mezzo, daß die drohende Zwangsverheiratung mit ihr für Figaro gar nicht mehr als großes Übel erscheinen mag. Auch Anthony Robin Schneider steht als Bartolo mit seinem mächtigen Baß in vollem Saft. Wo sich in anderen Produktionen in die Jahre gekommene Sänger durch die Noten chargieren müssen, kann Schneider souverän aussingen. Einziger Gast in einer Hauptpartie ist Adriana Gonzáles als Gräfin. Sie setzt dem vorzüglichen Ensemble die Krone auf. Schon in ihrer Auftrittsarie „Porgi, amor“ überzeugt sie mit schwebenden Piani und einem edel schimmernden Ton. Genau so sollte eine Gräfin klingen. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) das Personal (…) ist überwiegend sehr jung, optisch geradezu perfekt und stimmlich geschmeidig und homogen über dem zärtlich aufspielenden Orchester mit Rory Macdonald am Pult. (…)
Die Grafens, Liviu Holender und Adriana González, sind stimmlich hochelegant und als echtes Paar leicht im Vorteil. Allein sie dürfen Händchen halten. Inhaltlich eine ulkige, geradezu bizarre Verschiebung. Im Graben, wie die Oper informiert, 21 statt der sonst 37 Orchestermitglieder. Transparenz, aber nicht Fadenscheinigkeit sind die Folge. Den gestrichenen Rezitativen, damit nach zweieinviertel Stunden alles vorbei ist, muss man keine Träne nachweinen, dem Chor aber schon.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Die Hochzeitsvorbereitungen des Dienerpaars Susanna und Figaro sind in vollem Gange, aber der Bräutigam durchschaut spät, was für die Braut (und so manch anderen) offensichtlich ist: Ihr Herr, Graf Almaviva, hat es auf Susanna abgesehen. Dafür will dieser just das Recht der ersten Nacht wieder einführen, das er in großzügiger Geste unlängst abgeschafft hatte. Die Gräfin leidet und tröstet sich mit der Schwärmerei eines liebeshungrigen Teenagers. Das wiederum sieht der Graf nicht gern: Also muss der Junge weg, und Susanna doch noch irgendwie verführt werden. Aber der »Signor Contino« rechnet weder mit der Klugheit der Frauen noch mit der souveränen Haltung seiner Untergebenen. An diesem tollen Tag voller Versteckspiele und Verkleidungen, Verwechslungen und Verletzungen tappt er bis zum Morgengrauen im Dunkeln. Turbulent und anrührend zugleich offenbart Mozarts und Da Pontes geniale Komödie nach Beaumarchais’ scharfzüngiger Gesellschaftssatire einen genauen Blick auf menschliches Verhalten und kündet vom Ideal einer Gleichheit zwischen den Klassen und Geschlechtern.