Spielplan

zur Übersicht

The Medium

Gian Carlo Menotti (1911-2007)

1. Teil:

Johannes Brahms 1833-1897
Vier Gesänge op. 17

Es tönt ein voller Harfenklang
Lied von Shakespeare
Der Gärtner
Gesang aus Ossians Fingal


für Frauenchor, zwei Hörner und Harfe

Witold Lutosławski 1913-1994
Trauermusik
für Streichorchester
 

2. Teil: The Medium

Tragödie in zwei Akten
Text vom Komponisten
Uraufführung am 8. Mai 1946, Brander Matthews Theater, Columbia University, New York

In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
 

Musikalische Leitung Sebastian Weigle
Madame Flora Dshamilja Kaiser / Bernadett Fodor
Monica Gloria Rehm / Angela Vallone
Mrs Gobineau Barbara Zechmeister
Mr Gobineau Simon Neal / Dietrich Volle
Mrs Nolan Kelsey Lauritano
Toby Marek Löcker

Madame Flora inszeniert Séancen, die sie sich gut bezahlen lässt. Ihre tagträumende Tochter Monica und der stumme Waisenjunge Toby, für den Monica liebevolle Gefühle hegt, helfen ihr dabei. Floras Klienten sind fest davon überzeugt, durch sie Kontakt mit verstorbenen Angehörigen aufnehmen zu können. Sie selbst hält wenig vom Übernatürlichen — bis zu dem Tag, an dem sich ihr aus dem Nichts eine kalte Hand um den Hals zu legen scheint. Die verunsicherte Flora macht Toby dafür verantwortlich, und das Unglück nimmt seinen Lauf … Gian Carlo Menottis Begegnung mit einer englischen Baronesse, welche regelmäßig »Kontakt zu ihrer verstorbenen Tochter aufnahm«, hatte den Komponisten so tief erschüttert, dass er das Thema zum Sujet seiner Oper machte. Nachdem sich Arturo Toscanini als großer Fan des Werks entpuppte, gelang Menotti mit The Medium der internationale Durchbruch. Allein in New York wurde das Werk im Jahr 1947 rund 200 Mal gespielt. Kurz darauf kam aus Rom der Auftrag zu einer Verfilmung, die der Theaterenthusiast Menotti selbst realisierte und die bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1952 ausgezeichnet wurde. Kritische Stimmen bezeichneten die musikalische Sprache Menottis immer wieder als »banal« oder »oberflächlich«. Die immense Popularität des Komponisten sowie seine Verwurzelung in der Tradition schienen ihnen in die Hände zu spielen. Dem hielt Menotti gelassen entgegen: »Die Tonalität mag vielleicht nicht notwendig sein, aber ihre dramatische Funktion ist bisher durch kein äquivalentes Mittel ersetzt worden. Wie die Schriftsteller und Lyriker der Gegenwart bediene ich mich lieber einer ›gesprochenen Sprache‹.«