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La forza del destino

Die Macht des Schicksals

Giuseppe Verdi 1813-1901

Oper in vier Akten
Text von Francesco Maria Piave nach dem Drama Don Álvaro o La fuerza del sino (1835) von Ángel de Saavedra
Uraufführung am 10. November 1862, Bolschoi Theater, St. Petersburg

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Jader Bignamini / Gaetano Soliman (Mai)
Marchese von Calatrava / Padre Guardiano Franz-Josef Selig / Andreas Bauer (Mai)
Leonora Michelle Bradley
Don Carlo de Vargas Christopher Maltman / Evez Abdulla (Mai)
Don Alvaro Hovhannes Ayvazyan / Arsen Soghomonyan (Mai)
Preziosilla Tanja Ariane Baumgartner (27., 31.1.; 3., 17., 23., 28.2.) / Judita Nagyová (7., 9., 15.2.; Mai)
Fra Melitone Craig Colclough
Curra Nina Tarandek
Ein Alkalde Dietrich Volle
Mastro Trabuco Michael McCown
Ein Militärazt Anatolii Suprun*

* Mitglied des Opernstudios

Die Schauplätze der weitverzweigten, ein halbes Jahrzehnt umspannenden Handlung springen hin und her zwischen dem Adelssitz der Calatrava in Sevilla, dem andalusischen Dorf Hornachuelos, einem Kloster nebst Einsiedelei in der Nähe und verschiedenen Orten an einem mittelitalienischen Kriegsschauplatz in den Albanerbergen. Angesiedelt ist die Geschichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts: Donna Leonora liebt Don Alvaro, den Spross des letzten peruanischen Inka-Königs. Doch ihr Vater, der Marchese von Calatrava, ist gegen die Verbindung mit dem Mestizen. Als die beiden fliehen wollen, werden sie vom Marchese überrascht. Durch einen Schuss, der sich versehentlich aus der Pistole Don Alvaros löst, wird er getötet. Die verbleibenden drei Akte lang jagt Leonoras Bruder Don Carlo die Liebenden, die kurz nach dem tödlichen Vorfall getrennt wurden: Er hat ihnen Rache geschworen. In einem Kloster findet er sie schließlich. Alvaro ist Mönch geworden, und Leonora lebt — ohne, dass die beiden voneinander wissen — nicht weit davon, als Einsiedler getarnt. Das fatale Ende nimmt seinen Lauf.

In diesem 1862 für St. Petersburg entstandenen Werk seiner Reifeperiode verband Verdi, angeregt durch die französische Grand opéra, die hochdramatische Handlung um die Hauptfiguren mit ausladenden Genreszenen in einer Schenke, in einem Militärlager und einem Kloster. Darin nehmen Episodenfiguren wie die Wahrsagerin und Truppenunterhalterin Preziosilla, der Klostervorstand Padre Guardiano und der Mönch Fra Melitone, der als komischer Charakter angelegt ist, großen Raum ein. Ein zentrales Thema ist Rassismus, ein anderes die Verrohung einer Gesellschaft in Kriegszeiten. Gleich zu Beginn klingt das drängend-nervöse, sogenannte »Schicksalsmotiv« an. Inwieweit jedoch das blinde Fatum schuld ist an den tragischen Ereignissen, oder ob nicht eher die Protagonisten die Verantwortung dafür tragen, sei dahingestellt. Das überbordende Stück mit seiner ungewöhnlich modernen, montageartigen Dramaturgie enthält viele der mitreißendsten Eingebungen Verdis.

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