Spielplan

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Jack Swanson (Tenor)
Malcolm Martineau (Klavier)

Zu Recht umjubelt war Anfang vergangener Spielzeit – in einer anderen Opernwelt – das Frankfurt-Debüt des amerikanischen Tenors Jack Swanson als Rodrigo in der Rossini-Rarität Otello. Auch bei seinem Liederabend im Opernhaus sang er eine Rossini-Zugabe, und es war erneut diese bodenlose Leichtigkeit, mit der seine Stimme Fahrt aufnimmt, nichts verschludert, immer ins Schwarze trifft, die das Publikum in Jubellaune versetzte. Es ist nicht so selten, dass Sänger und auch Sängerinnen der Reihe erst als Dreingabe das bieten, was sie am besten können. Vorher gibt sie großen Stimmen auch Gelegenheit, einmal von ihren vielgebuchten Opernpartien abzuweichen.
Swanson zum Beispiel – nicht nur souverän, sondern auch beweglich, hilfreich und charmant begleitet von Malcolm Martineau – begann mit deutschem Repertoire, Beethovens „Adelaide“ und Robert Schumanns Liederkreis op. 39 auf Eichendorff-Gedichte (…).

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Zum Höhepunkt des Konzerts wurde zuvor der Beginn des zweiten Teils. Mit Liszts drei Petrarca-Sonetten hat sich der junge Sänger selbst vor eine gewaltige Herausforderung gestellt, die er glänzend besteht. Er deutet die drei Lieder von ihrer Nähe zur italienischen Oper her, zeigt auf, wo Liszt sich an die Formen von Rezitativ und Arie anlehnt. Dass der Komponist es verstanden hat, die musikalischen Qualitäten aus der italienischen Sprache herauszukitzeln mit ihren farbigen Vokalen und klingenden Konsonanten, wird in jedem Takt dieser leidenschaftlichen Interpretation deutlich. Hier ist der Belcanto-Tenor in seinem Element, lässt seine saftige Stimme fluten und nimmt stratosphärisch hohe Spitzentöne unerschrocken mit Aplomb. Daneben gibt es in diesen Stücken aber auch kontemplative Elemente und Passagen, die dem deutschen romantischen Kunstlied näher sind als der italienischen Oper. Auch hierfür besitzt Swanson die technischen Mittel, kann seine Stimme abdunkeln und in tiefen Passagen sogar einen beinahe baritonalen Bronzeton entwickeln. Fasziniert folgt man dem Sänger durch dieses Klangabenteuer, bei dem ihm der bewährte Liedbegleiter großer Sängerpersönlichkeiten Malcolm Martineau ein ebenbürtiger Partner ist. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Nach der Pflicht folgte die Kür, hier in Form vom sehr gelöst und leidenschaftlich dargebotenen Zugabenevergreen „La danza“ (Rossini).

Markus Gründig, www.kulturfreak.de

Mit seinen Interpretationen der virtuosen und temporeichen Partien von Rossini oder Donizetti feiert Jack Swanson einen Erfolg nach dem anderen. Sowohl in den USA, als auch in Europa ist der aufstrebende junge Tenor kein Unbekannter mehr. Im September 2019 gab der Amerikaner sein umjubeltes Debüt an der Oper Frankfurt und stach in der anspruchsvollen Rolle des Rodrigo in Rossinis Otello als begnadeter Belcanto-Interpret hervor. Jüngste Engagements führten ihn für sein Rollendebüt als Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) an die Opera Omaha, als Lindoro (L’italiana in Algeri) und Almaviva (Il barbiere di Siviglia) an die Santa Fe Opera, deren Nachwuchsprogramm er absolvierte, sowie in der Titelpartie von Candide an die Los Angeles Opera und als Ramiro (La Cenerentola) an die Houston Grand Opera. Seinen ersten Nemorino (L’elisir d’amore) sang er in Oslo, außerdem war er bereits an der Oper Köln und beim Glyndebourne Festival zu Gast. Nun kehren Jack Swanson und seine beeindruckende Gesangskunst für einen Liederabend zurück nach Frankfurt.

Das detaillierte Programm des Liederabends finden Sie hier.