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Inferno

Lucia Ronchetti *1963

Oper
Text von Lucia Ronchetti nach Dante Alighieri, mit einem Epilog von Tiziano Scarpa.
Auftragswerk von Oper und Schauspiel Frankfurt.

In deutscher und italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot.

Musikalische Leitung Tito Ceccherini

Dante Sebastian Kuschmann
Dantes Innere Stimme Matthew Swensen, Frederic Mörth
Francesca Danae Kontora
Ulisse Alexandre Kravetz
Lucifero Alfred Reiter
Verdammte Seelen Vier Schauspieler

Ein wahrer Höllentrip! Mit überbordender Fantasie hat Dante Alighieri sich zu Beginn des 14. Jahrhunderts ausgemalt, wie es im Jenseits zugehen könnte.

Entstanden ist ein sprachgewaltiges Werk, das nun als eine Art Roadmovie ins Bockenheimer Depot kommt. Die italienische Komponistin Lucia Ronchetti lässt, immer nah am Text, Klanglandschaften entstehen, in denen ausgewählte Episoden aus dem Inferno, dem ersten Teil der Göttlichen Komödie, Gestalt annehmen. Sie nennt ihr Werk eine Oper; dabei bezieht sie Gesangspartien ebenso ein wie Schauspielrollen oder ein Vokalquartett als »Dantes innere Stimme« und lässt den Chor der Höllengeister und Verdammten auftreten. Mitunter werden sogar die Musiker*innen zu Mitspieler*innen.

Ein Mann »in des Lebensweges Mitte« am Abgrund: Dante macht sich selbst zum Protagonisten und beginnt seine Schilderung mit einem Beinahe-Selbstmord. Ins Exil getrieben, als Dichter, Politiker und Mensch gescheitert, erfindet er sich in der Beschreibung des eigenen Läuterungsprozesses neu. Und zeichnet gleichzeitig ein facettenreiches Bild Italiens an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Dantes immer wieder schreckenerregend genaue Sprache und die lebendigen Porträts einer Vielzahl seiner Zeitgenossen, denen sein Alter ego auf der Höllenwanderung mal voll Mitgefühl, mal voll gerechtem Zorn begegnet, werden zum Spiegel für unsere eigene Zeit. Entgegen der Vorlage, in der Lucifer am Ende beschrieben wird, aber stumm bleibt, lässt Lucia Ronchetti den Höllenfürsten in einem Epilog zu Wort kommen. Der italienische Romancier Tiziano Scarpa schrieb ihr dazu einen hintersinnigen Text. Der Teufel fragt Dante und uns: »Hast du den Mut, mir zuzuhören?«

Koproduktion mit

Mit freundlicher Unterstützung

Kompositionsauftrag finanziert durch