Spielplan

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I puritani

Vincenzo Bellini (1801-1835)

Opera seria in drei Teilen
Text von Carlo Pepoli
Uraufführung am 24. Januar 1835, Théâtre-Italien, Paris

Gekürzte Fassung

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Oksana Lyniv

Elvira Brenda Rae
Lord Arturo Talbo Francesco Demuro
Sir Riccardo Forth Andrzej Filonczyk
Lord Gualtiero Valton Thomas Faulkner
Sir Giorgio Kihwan Sim
Sir Bruno Roberton Brian Michael Moore
Enrichetta di Francia Karolina Makuła°
Eine Frau Evie Poaros

°Mitglied des Opernstudios

Die Zeitgenossen des Komponisten glaubten, dass sich der melancholische Tonfall und romantische Weltschmerz von Vincenzo Bellinis Musik aus seiner Biografie speisten. Doch der vermeintliche Schöngeist war in Wirklichkeit ein kaltblütiger Egozentriker, der seine Liebschaften – seinem Protagonisten Arturo in I puritani ähnlich – in den Abgrund trieb. Diese Widersprüche zwischen Dichtung und Wahrheit, Bellinis verantwortungsloser Umgang mit seinen Geliebten und das aufgeheizte Klima der Pariser Gesellschaft in den 1830er Jahren inspirierten die Konzeption des Regisseurs Vincent Boussard. Jenseits von historischen Vorlagen und Folien erzählt seine Inszenierung eine explosive Geschichte in der Entstehungszeit: Anlässlich der Trauerfeier von Vincenzo Bellini, dem ehemaligen Mittelpunkt der polarisierten Pariser Gesellschaft, die er mit seiner Musik verführt hatte, ist der seelische Verfall von Elvira, einer betrogenen, jungen Frau, zu erleben. Sie erleidet die Extremsituationen einer Dreiecksgeschichte zwischen ihr, Arturo und Riccardo. Im Rahmen eines Balls der Schwarzen Romantik nach Motiven von I puritani erinnert man sich an den skandalumwitterten Komponisten, der in seiner letzten Oper eine musiktheatralische Wunderwelt schuf.