Spielplan

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Hänsel und Gretel

Engelbert Humperdinck 1854-1921

Märchenspiel in drei Bildern
Text von Adelheid Wette

Premiere vom 12. Oktober 2014

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung David Afkham
Hänsel Cecelia Hall / Katharina Magiera (13.12.; 30.12., 19 Uhr)
Gretel Elizabeth Reiter,  Karen Vuong (22.12.; 30.12., 19 Uhr), Louise Alder (30.12., 14 Uhr)
Peter, Besenbinder Alejandro Marco-Buhrmester / Simon Bailey (30.12., 19 Uhr)
Gertrud, sein Weib Claudia Mahnke
Die Knusperhexe Peter Marsh (13., 22., 30. 12, 14 Uhr) / Michael McCown (7., 9.12.; 30.12., 19 Uhr)
Sandmännchen Angela Vallone
Taumännchen Florina Ilie*

*Mitglied des Opernstudios

Es liegt an solchen Opernabenden vor Beginn ein besonderes Summen im Zuschauerraum. Das Publikum ist anders als üblich zusammengesetzt. Ungewöhnlich viele Kinder und Jugendliche haben in den Reihen Platz genommen. Für viele mag es das erste Opernerlebnis überhaupt sein. Auch die sie begleitenden Erwachsenen gehören nicht durchweg zum angestammten Publikum. Regisseur Keith Warner hat in seine Inszenierung aus dem Jahr 2014 mit bedacht, dass er jugendliche Zuschauer mit unverstelltem Blick, zugleich aber auch mit am Kino und an Computerspielen geschulten Sehgewohnheiten vor sich haben wird, zugleich jedoch vor der Herausforderung steht, ein erwachsenes Publikum nicht zu unterfordern. Seine gut durchdachte Inszenierung bietet Erwachsenen intellektuell allerhand zum Beißen und den Kindern viel zum Staunen, so dass beide auf ihre Kosten kommen.
Die Regie betrachtet das Geschehen durch die Brille des Psychologen und führt märchenhafte und tiefenpsychologische Elemente gekonnt zu einer gelungenen Einheit. Einfühlsam nimmt Warner sowohl das ältere als auch das junge Publikum an die Hand und unternimmt mit ihm einen ausgedehnten Streifzug durch die Kinderseele, wobei Traum und Wirklichkeit zunehmend miteinander verschmelzen. Das gelingt mit einer lebendigen Personenregie, ungemein spielfreudigen Darstellern und nicht zuletzt einem attraktiven Bühnenbild. Dafür gab es bereits vor drei Jahren den OPERNFREUND-Stern.
(…)
Der lebhafte Schlussapplaus zeigt, dass die Symbiose aus intellektuellem Überbau und prallem Theater gelungen ist.
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Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Der Dirigent David Afkham leitet die klangschön, sorgfältig und nüchtern musizierte Aufführung ohne sich zu sehr in Details zu verlieren.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

In der Fremde droht Gefahr, und es kann froh sein, wer wie Hänsel und Gretel zu den Märchenfiguren gehört und – heil geblieben an Leib und Seele — wieder zurückkehren kann zu Heim und Herd, Heimat und Ursprung, fast als sei gar nichts geschehen. Die reitende Hexe, der Hänsel im Grimm’schen Märchen statt des fetten Fingers klug ein mageres Knöchlein zum Gitter herausstreckt, hinterlässt — allen Psychoanalytiker-Generationen zum Trotz — keine bleibenden Schäden. In Humperdincks Oper freilich erfahren wir mehr von ihr als im Märchen. So werden wir etwa über ihren Pakt mit dem Teufel belehrt und über die verführende Macht ihres Zauberkuchens. Im Märchen, bei den Grimms und bei Humperdinck, wendet sich am Ende alles zum Guten. Weder einem dämonischen Weib noch der eiskalten Faust des Todes streckt man die Hand entgegen, sondern dem lieben Gott der Kinderzeit, der einen, stets flankiert vom Stab der Schutzengel, ins Bett begleitet. Die Hexe, als Lebkuchen aus den Trümmern des Backofens gezogen, vermag nicht mehr zu töten. Keith Warner hat es in seiner Inszenierung aufs Wunderbarste verstanden, den Blick der Kinder mit dem der Erwachsenen zu verschmelzen.