Spielplan

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Fedora

Umberto Giordano 1867–1948

Melodramma in drei Akten
Text von Arturo Colautti nach Victorien Sardou
Uraufführung 1898, Teatro Lirico, Mailand
Übernahme einer Produktion der Königlichen Oper Stockholm, Premiere 10. Dezember 2016

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Premiere hier und auf YouTube)

Musikalische Leitung Lorenzo Passerini

Fedora Olesya Golovneva / Asmik Grigorian (6., 14.5.)
Loris Ipanow Jonathan Tetelman
De Siriex Nicholas Brownlee
Olga Sukarew Bianca Tognocchi
Gretch Frederic Jost
Dimitri Bianca Andrew
Desiré Peter Marsh
Rouvel Michael McCown
Cirillo Thomas Faulkner / Anthony Robin Schneider (ab 21.4.)
Borow Gabriel Rollinson°
Lorek Pilgoo Kang°

°Mitglied des Opernstudios

Umberto Giordanos Verismo-Thriller zeigt eine Titelfigur, die sich in atemberaubendem Tempo zwischen verschiedenen Extremen bewegt: Die russische Fürstin Fedora ist Spionin, Rächerin, Geliebte, Märtyrerin und Betrogene zugleich. Nachdem ihr Verlobter bei einem Attentat getötet wird, stellt sie sich in den Dienst der Polizei und spürt dessen Mörder Loris Ipanow in Paris auf. Die beiden verlieben sich ineinander und wagen einen gemeinsamen Neubeginn in den Schweizer Bergen. Doch sie werden von ihrer Vergangenheit eingeholt …

In seinen Bühnenwerken porträtiert Giordano immer wieder Charaktere, die sich in sozialen und emotionalen Ausnahmesituationen befinden. Sein bis heute größter Erfolg ist die zur Zeit der Französischen Revolution situierte Oper Andrea Chénier von 1896. In der darauffolgenden Fedora gelingt ihm auf der Grundlage eines Dramas von Victorien Sardou eine noch differenziertere Figurenzeichnung. Den verschiedenen Szenerien der Handlung verleiht der Komponist dabei eine je eigene Tonsprache: Während in den Pariser Salons romantische Klaviermusik zu hören ist, verbinden sich im Schlussakt volkstümliche Chöre der Bergbewohner und das akkordeonbegleitete Lied eines Knaben zu einem surreal schönen Klangmosaik.

Die Mailänder Uraufführung der Oper verhalf dem Tenor Enrico Caruso im Jahr 1898 zu seinem internationalen Durchbruch. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das Werk jedoch für längere Zeit von den Spielplänen oder wurde – völlig zu Unrecht – lediglich wegen der anspruchsvollen Partien für Primadonnen und Star-Tenöre geschätzt. Christof Loy lotet in seiner Inszenierung den Kern dieses vielschichtigen Musikdramas aus und betont die innere Zerrissenheit und Einsamkeit der Protagonistin: Ihr Traum vom Glück mit Loris bleibt nur ein Wunschbild. 

Mit freundlicher Unterstützung