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Fedora

Umberto Giordano (1867-1948)

Melodramma in drei Akten
Text von Arturo Colautti nach Fédora (1882) von Victorien Sardou
Uraufführung 17. November 1889, Teatro Lirico, Mailand
Übernahme einer Produktion der Königlichen Oper Stockholm, Premiere 10. Dezember 2016

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Premiere hier und auf YouTube)

Eine russische Fürstin ist Spionin, Geliebte, Racheengel, Mutter und Märtyrerin.

Umberto Giordanos Fedora ist ein originell instrumentiertes Gesellschaftspanorama, dessen kosmopolitische Handlung die besten dramaturgischen Mittel eines Jahrhundertwende-Thrillers aufgreift. Sie führt uns zu Beginn ins St. Petersburg der 1880er Jahre, in die Welt der russischen Aristokratie. Fürstin Fedora Romanow ist heimlich mit Vladimiro, dem Sohn des russischen Polizeichefs, verlobt. Als er nicht zu einer Verabredung erscheint, sucht sie ihn auf. Er ist schwer verwundet und erliegt später seinen Verletzungen. Vladimiros Nachbar Loris Ipanow wird zum Hauptverdächtigen erklärt und flieht. Fedora beschließt, sich als Spionin in den Dienst der Polizei zu stellen, um den Mörder zu finden. In Paris gelingt es ihr, Ipanow ausfindig zu machen und sein Vertrauen zu gewinnen. Er verliebt sich in sie und gesteht ihr, dass er aus Eifersucht gehandelt hat, denn ihr Verlobter Vladimiro hatte eine Affäre mit Ipanows Frau. Anstatt ihn wie geplant der russischen Polizei auszuliefern, reisen beide in die Schweiz und verbringen eine kurze, glückliche Zeit.

Giordanos durchkomponierte Oper besteht aus recht kurzen musikalischen Komplexen, die von der Sängerin der Titelrolle vom leisen Legato bis hin zu großen emphatischen Bögen auch eine kräftige Sprechstimme und eine tadellose Intonation in den a cappella zu singenden Passagen verlangen. Für die verschiedenen Szenerien entwickelte der Komponist eine je eigene Tonsprache: Die Pariser Salons charakterisiert er mit zeittypischen Tänzen und romantischer Klaviermusik, die Schweizer Bergwelt zeichnet er als surreal schönes Klangmosaik mit folkloristischen Chören sowie dem akkordeonbegleiteten Lied eines Knaben. Wenngleich zeitgenössische Kritiker Giordanos »orchestrale Energie« und  »tragische Kraft« hervorhoben, fand von seinen 14 Bühnenwerken lediglich das Revolutionsdrama Andrea Chénier einen dauerhaften Platz im Repertoire. Seine selten gespielte Oper Fedora kommt nun in einer konzertanten Variante zur Frankfurter Erstaufführung.