Spielplan

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Fedora

Umberto Giordano (1867-1948)

Melodramma in drei Akten
Text von Arturo Colautti nach Fédora (1882) von Victorien Sardou
Uraufführung 17. November 1889, Teatro Lirico, Mailand
Übernahme einer Produktion der Königlichen Oper Stockholm, Premiere 10. Dezember 2016

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Carlo Montanarro

Fedora Olesya Golovneva
Loris Ipanow Andrea Caré
De Siriex Vladislav Sulimsky
Olga Sukarew Bianca Tognocchi
Gretch Barnaby Rea
Dimitri Bianca Andrew
Desiré Peter Marsh
Rouvel Michael McCown
Cirillo Anthony Robin Schneider
Borow Božidar Smijanić
Lorek Sebastian Geyer
 

Eine russische Fürstin ist Spionin, Geliebte, Racheengel, Mutter und Märtyrerin.

Von Umberto Giordanos 14 Bühnenwerken ist den meisten allenfalls Andrea Chénier ein Begriff. Seine Fedora wurde allerdings bis in die 1950er Jahre in Italien regelmäßig aufgeführt. Seither ist sie von den Opernbühnen weitgehend verschwunden und taucht nur selten wegen ihrer dankbaren Arien für Primadonnen und Star-Tenöre auf den Spielplänen auf. Dabei handelt es sich um ein originell instrumentiertes Gesellschaftspanorama. Dessen kosmopolitische Handlung greift die besten dramaturgischen Mittel eines Jahrhundertwende-Thrillers auf. Sie führt uns zu Beginn ins St. Petersburg der 1880er Jahre, in die Welt der russischen Aristokratie. Fürstin Fedora Romanow ist heimlich mit Vladimiro, dem Sohn des russischen Polizeichefs, verlobt. Als er nicht zu einer Verabredung erscheint, sucht sie ihn auf. Er ist schwer verwundet und erliegt später seinen Verletzungen. Vladimiros Nachbar Loris Ipanow wird zum Hauptverdächtigen erklärt und flieht. Fedora beschließt, sich als Spionin in den Dienst der Polizei zu stellen, um den Mörder zu finden. In Paris gelingt es ihr, Ipanow ausfindig zu machen und sein Vertrauen zu gewinnen. Er verliebt sich in sie und gesteht ihr, dass er aus Eifersucht gehandelt hat, denn ihr Verlobter Vladimiro hatte eine Affäre mit Ipanows Frau. Anstatt ihn wie geplant der russischen Polizei auszuliefern, reisen beide in die Schweiz und verbringen eine kurze, glückliche Zeit.

Giordanos Oper besteht aus recht kurzen musikalischen Komplexen, die von der Sängerin der Titelrolle vom leisen Legato bis hin zu großen emphatischen Bögen auch eine kräftige Sprechstimme und eine tadellose Intonation in den a cappella zu singenden Passagen verlangen. Christof Loys Inszenierung verdichtet das Drama und stellt ein packendes Wechselbad der Gefühle auf die Bühne. Er betont die innere Zerrissenheit und Einsamkeit der Titelfigur, und dennoch bleibt Fedoras Traum vom Glück mit Loris nur ein Wunschbild.