Spielplan

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Drei Kurzopern

Ernst Křenek 1900-1991

DER DIKTATOR
Tragische Oper In einem Akt / UA 1928

SCHWERGEWICHT ODER DIE EHRE DER NATION
Burleske Operette In einem Akt / UA 1928

DAS GEHEIME KÖNIGREICH
Märchenoper In einem Akt / UA 1928

Text von Ernst Křenek.

Premiere vom 30. April 2017

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer.

Musikalische Leitung Lothar Zagrosek

Der Diktator

Der Diktator Davide Damiani
Charlotte, seine Frau Angela Vallone
Der Offizier Vincent Wolfsteiner
Maria, seine Frau Juanita Lascarro

Schwergewicht Oder Die Ehre Der Nation

Adam Ochsenschwanz Barnaby Rea
Evelyne, seine Frau Barbara Zechmeister
Gaston, ein Tanzmeister Jonathan Abernethy / Michael Porter (19.10.)
Professor Himmelhuber Danylo Matviienko°
Anna Maria Himmelhuber, seine Tochter Judita Nagyová
Journalist / Regierungsrat Michael McCown

Das Geheime Königreich

Der König Davide Damiani
Die Königin Ambur Braid
Der Narr Sebastian Geyer
Der Rebell Peter Marsh
Drei Singende Damen Florina Ilie° /Angela Vallone (11.10.), Julia Moorman°, Judita Nagyová
Zwei Revolutionäre Jonathan Abernethy, Anatolii Suprun°

°Mitglied des Opernstudios

(…) Vor drei Jahren erstmals in Frankfurt aufgeführt und bei den International Opera Awards 2018 zur Wiederentdeckung des Jahres gekürt, lohnt es sich spätestens jetzt, diese drei Kurzopern – Der Diktator, Schwergewicht oder die Ehre der Nation und Das geheime Königreich – eines erneuten Besuchs zu würdigen.
(…)
Dass die Produktion bei den International Opera Awards 2018 als Wiederentdeckung des Jahres ausgezeichnet wurde, liegt mit Sicherheit auch an Lothar Zagrosek, der als Křenek-versierter Dirigent ebenfalls die aktuelle Aufführungsserie leitete und bereits mehrere Opern des Komponisten einstudierte. Statt „Bauhaus-Barock“ oder mit „Jazz zu flirten“, wie Glenn Gould Křeneks Kompositionsstil einst nannte, entfaltete sich im Graben die vielschichtige und ungewöhnliche Musik des österreichischen Komponisten, die nicht ausschließlich von musikalischen Zitaten (beispielsweise Wagner, Strauss oder Schreker) lebt, sondern einen ganz eigenen Stil schafft. Mit facettenreichem Dirigat, leichtfüßig und mit nuancierten Soli unterstrich Zagrosek so Křeneks Bedeutung in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Ernst Křeneks einnehmende und nur selten aufgeführte Musik lässt die drei zugegebenermaßen bizarren und genreübergreifenden Geschichten lebhaft und originell erklingen. Dank David Hermanns Inszenierung und ihrer verbindenden Elemente wird eine kohärente Dramatik geschaffen. Diese fabelhafte Mischung aus Farce, Tragödie und Märchen ruft die Einzigartigkeit Křeneks Musik wieder in Erinnerung und bereitet eine lohnende Wiederentdeckung seines Œuvres.

Alexandra Richter, www.bachtrack.com


(…) Das Regiekonzept funktioniert bestens und ermöglicht einen szenisch uneingeschränkten Genuss der Einakter Křeneks.
Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester brilliert unter Leitung von Lothar Zagrosek und lässt Křeneks Musik farbig und kontrastreich erklingen. Sie zeigen exemplarisch, was Glenn Gould gemeint haben mag,  wenn er Křenek als Ein-Mann-Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts bezeichnete.
(…)
Eine lohnende Begegnung!

Jan Krobot, www.der-neue-merker.eu

In politischer Voraussicht nimmt Ernst Křenek 1928 mit seinen drei Einaktern »nicht bloß seine Zeit, sondern auch die musikalische Geschichte vor den Zeitraffer« (Theodor W. Adorno). Gleich dreimal scheint sich der Komponist textlich wie musikalisch neu zu erfinden: Auf die tragische Oper Der Diktator und ihre an Shakespeare erinnernde Figurenkonstellation folgen in der burlesken Operette Schwergewicht oder Die Ehre der Nation Modetänze, rasante Pointen und ein typisches Komödienpersonal rund um den Boxer Adam Ochsenschwanz. Der Märchenoper Das geheime Königreich gibt Křenek ein romantisierendes Klangvolumen und stellt dem guten, aber weltflüchtigen König nicht nur einen Narren, sondern mit einer kapriziösen, Koloraturen singenden Königin samt drei Damen gleich ein paar altbekannte Theatergestalten zur Seite. Die Frankfurter Produktion, in der Regisseur David Hermann mit einer inhaltlichen Verknüpfung der Werke einen Bogen vom Aufstieg und Fall eines Diktators spannt, wurde bei den International Opera Awards 2018 als »Wiederentdeckung des Jahres« ausgezeichnet.