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Die Banditen

Jacques Offenbach 1819-1880

Opéra-bouffe in drei Akten
Text Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Uraufführung 10. Dezember 1869, Théâtre des Variétés, Paris

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Karsten Januschke

Falsacappa, Räuberhauptmann Gerard Schneider / Yves Saelens
Pietro, sein Stellvertreter Michael McCown
Carmagnola, Räuber Theo Lebow
Domino, RäuberTianji Lin
Barbavano, Räuber Magnús Baldvinsson
Fiorella, Tochter Falsacappas Ambur Braid
Fragoletto, ein Bauer Kelsey Lauritano
Pipo, ein Wirt Hans-Jürgen Lazar
Pipa, seine Frau / die Marquise Barbara Zechmeister
Pipetta, seine Tochter / Herzogin Ekin Su Paker°
Baron von Campotasso Matthew Swensen
Graf von Gloria-Cassis Yves Saelens / Brian Michael Moore
Die Prinzessin von Granada Juanita Lascarro
Adolphe von Valladolid, ihr Page Carlos Andrés Cárdenas°
Der Herzog von Mantua Sebastian Geyer

°Mitglied des Opernstudios

Räuberhauptmann Falsacappa hat Mühe, seine Bande bei Laune zu halten. Schon länger hat man keinen großen Fang mehr gemacht. Was tun?

Bei dem jungen Bauern Fragoletto, den man kürzlich ausgeplündert hat, war auch nicht viel zu holen. Obendrein haben sich Fragoletto und Falsacappas Tochter Fiorella bei dieser Gelegenheit ineinander verliebt. Nun will er in die Räuberbande aufgenommen werden. Dafür muss er eine Talentprobe abgeben: Er fängt einen Kabinettskurier ab. Geheimdokumenten, die die Banditen bei ihm finden, ist zu entnehmen, dass die Prinzessin von Granada zwecks Heirat mit dem Herzog von Mantua im Anmarsch ist. Bei ihrer Ankunft sollen ihr drei Millionen überreicht werden, die man den Spaniern schuldet. Falsacappas Plan ist gefasst: Entsprechend kostümiert will er der Delegation aus Granada mit seinen Räubern zuvorkommen und seine Tochter als Prinzessin ausgeben, um an das Geld zu kommen.

Die weiteren Geschehnisse spielen sich zunächst in einem Gasthaus »an der Grenze zwischen Spanien und Italien« ab, wo die Banditen als Pilger verkleidet aufkreuzen und sich dann anstelle der gekidnappten Wirtsleute als Köche präsentieren, um die Spanier in Empfang zu nehmen. Am Hof zu Mantua wirbeln sie schließlich die aristokratischen Sitten durcheinander und erweisen sich den adeligen Herrschaften gegenüber als die ehrlicheren Staatsbürger. Leitmotivisch marschieren die immer zu spät kommenden Karabinieri mit schwerem Stiefeltritt durch das operettentypisch turbulente Stück. Bei einigen der Themen, die Offenbach mit der ihm eigenen satirischen Schärfe aufs Korn nimmt, drängen sich heute verblüffende Parallelen zu den Zuständen des Uraufführungsjahres 1869 auf – zum Beispiel, was den Umgang mit Staatsschulden betrifft ...