Spielplan

zur Übersicht

Der ferne Klang

Franz Schreker 1878-1934

Oper in drei Aufzügen
Text vom Komponisten
Uraufführung am 18. August 1912, Opernhaus, Frankfurt am Main

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Sebastian Weigle / Florian Erdl (11.5.)
Der alte Graumann Magnús Baldvinsson
Seine Frau Barbara Zechmeister
Grete Graumann Jennifer Holloway
Fritz Ian Koziara
Wirt des Gausthauses "Zum Schwan" Anthony Robin Schneider
Ein Schmierenschauspieler Iurii Samoilov
Dr. Vigelius Dietrich Volle
Ein altes Weib Nadine Secunde
Mizi Julia Dawson
Milli N.N.
Mary Julia Moorman*
Eine Spanierin Kelsey Lauritano*
Der Graf Gordon Bintner
Der Baron Iain MacNeil*
Der Chevalier Theo Lebow
Rudolf Sebastian Geyer
Die Kellnerin Bianca Andrew*
Ein zweifelhaftes Indididuum Hans-Jürgen Lazar
Ein Polizeimann Anatolii Suprun*

*Mitglied des Opernstudios

Ist der Weg das Ziel? Die Suche nach der blauen Blume, dem Sinnbild der Romantik, war die Imagination ewiger Wanderung zu einem Punkt jenseits alles Sichtbaren. Einer Erfüllung, die nicht in der Außenwelt, nicht im Kunstbetrieb zu finden war, sondern allein in der Seele. Das Fahnden nach dem fernen und metaphysischen Klang in Franz Schrekers erster abendfüllender Oper war das musikalische Pendant solcher Suche. Erst am Ende, im Zeichen des Todes, als ferne Glocken zu läuten beginnen, glaubt der Held, der Tonsetzer Fritz, im Inneren den Klang zu erlauschen, nach dem er sich unablässig verzehrt hatte. Zugleich ist dies der Augenblick, worin sich im Eros einer letzten Umarmung die künstlerische Erlösung vollzieht. »Hörst du den Ton? / Der schwindet mir nimmer / den halt ich so fest / wie ich dich nicht mehr lasse.«

Michael Gielen, ehemaliger Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, der 1979 eine Schreker-Renaissance auslöste, pries einst die unterirdischen Verbindungslinien der Klangfelder und Zentralklänge des zwischen Spätromantik und Moderne stehenden Komponisten, seine an Freuds Traumdeutung orientierteVerknüpfung thematischer Gebilde. Schrekers tiefenpsychologisch motivierte Darstellung einer Recherche nach ästhetischer Authentizität aus dem Geistder Musik stellt neben die Künstlertragödie noch das vom Naturalismus geprägte, die Kolportage streifende Desillusionsdrama des weiblichen Opfers. Die wegen des angestrebten Kunstideals verlassene und vom eigenen Vater verschacherte »Jungfrau Margareta«, Grete genannt, wandelt sich als Greta zunächst zur Edelprostituierten und zur Straßenhure. Am Ende, als der Vorhang fällt, bleibt sie allein zurück.

Mit freundlicher Unterstützung