Spielplan

zur Übersicht

Daphne

Richard Strauss 1864-1949

Bukolische Tragödie in einem Aufzug
Text von Joseph Gregor

Premiere vom 28. März 2010

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Sebastian Weigle
Daphne Jane Archibald
Leukippos Peter Marsh
Gaea Tanja Ariane Baumgartner
Apollo Andreas Schager
Peneios Patrick Zielke
Erster Schäfer Dietrich Volle
Zweiter Schäfer Jaeil Kim*
Dritter Schäfer Barnaby Rea
Vierter Schäfer Mikołaj Trąbka
Erste Magd Julia Moorman*
Zweite Magd Bianca Andrew*
Die alte Daphne Corinna Schnabel

*Mitglied des Opernstudios

In Capriccio (1942) lässt Richard Strauss den Dichter Olivier über den antiken Mythos der Daphne als Opernsujet nachsinnen: »Eine verlockende Fabel, doch äußerst schwierig darzustellen — Daphnes Verwandlung zum ewigen Baum des Gottes Apollo…« Darauf antwortet der Komponist Flamand: »Das Wunder der Töne kann sie gestalten!« Genau das hatte Strauss in seiner drittletzten Oper Daphne, uraufgeführt 1938, bereits getan. Daphne, die Tochter des Flussgottes Peneios und der Erdgöttin Gaea, wird von dem Schäfer Leukippos auf plumpe Weise umworben. Dem Freund aus Kindertagen entzieht sie sich ebenso brüsk wie später dem Annäherungsversuch des Gottes Apollo, der sie, als geheimnisvoller Fremder verkleidet, zunächst fasziniert. Apollos Verfolgung entkommt Daphne schließlich nur, indem sie sich in einen Lorbeerbaum verwandelt. Dafür findet Strauss wahrlich »Wundertöne«; zugleich interpretiert er die von Ovid in seinen Metamorphosen überlieferte Geschichte auf subtile Weise mit psychologischem Scharfblick. Warum Daphne so verzweifelt auf das Werben der Männer reagiert, arbeitet Claus Guth, immer ganz nah an der Musik, in seiner 2010 mit dem FAUST-Theaterpreis ausgezeichneten Inszenierung heraus und beweist dabei ein tiefgehendes Gespür für die erschütternde Geschichte hinter der Geschichte — die fesselnde Studie einer traumatisierten Frau.