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La traviata - statt Il corsaro

Giuseppe Verdi 1813-1901

Oper in drei Akten, Text von Francesco Maria Piave nach La Dame aux camélias (1848) von Alexandre Dumas d. J.
Uraufführung am 6. März 1853, Teatro La Fenice, Venedig

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Einführung jeweils ein halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Francesco Lanzillotta

Violetta Valéry Brenda Rae
Alfredo Germont Mario Chang
Giorgio Germont, sein Vater Željko Lučić
Flora Bervoix Nina Tarandek
Annina Elizabeth Reiter
Gaston, Vicomte von Letorière Michael McCown
Baron Douphol Iain MacNeil * 
Marquis d’Obigny Brandon Cedel
Doktor Grenvil Magnús Baldvinsson
Giuseppe, Diener Violettas / Ein Bote Matthew Swensen
Ein Bediensteter bei Flora Isaac Lee

*Mitglied des Opernstudios

Aus der Not eine Tugend zu machen, ist für die Oper Frankfurt offenbar kein Problem. Statt dem aus Krankheitsgründen abgesagten Il corsaro zauberte die Intendanz Verdis La Traviata aus dem Hut, ebenfalls konzertant dargeboten. Und dank der großartigen Belcantisten Brenda Rae, Mario Chang und Željko Lučić gelang ein Überraschungscoup, der mit anhaltenden Ovationen gefeiert wurde. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(…) Brenda Rae gelang ein überwältigendes Portrait der Violetta Valéry, dass man aus dem Staunen kaum heraus kam und rechtfertigte die Wahl dieser Oper umso mehr. Bewundernswert respektabel zugleich die außergewöhnliche Legatokultur der Sopranistin, die gesangsprofessorale Phrasierungskunst, in deren Mittelpunkt die Charakterstudie dieser tragischen Figur stand. Bei Rae stimmte einfach alles, ganz besonders die vokale Akkuratesse, die bezaubernde Optik gepaart mit intensiver Darstellung. Bemerkenswert die bruchlose, saubere Intonation, die herrlichen lyrischen Piani, die klangvollen silberhell leuchtenden Höhen gekrönt von schier endlosen schwebenden Tönen. Sicher bewältigte Brenda Rae die Koloraturen im ersten Akt und in komplexen Linienführungen verstand sie es mit ihrer nuancenreichen Stimme diese Frauenfigur zu formen, zu bezaubern und schließlich bis zur finalen Schlussphase zu berühren. Bravissimo!
(…)
Das Publikum schien euphorisiert, geizte nicht mit Szenenapplaus und bedachte alle Künstler, Dirigent und Orchester mit 10-minütigen lautstarken Ovationen.

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu


(…) Der italienische Dirigent Francesco Lanzillotta übernimmt sympathisch pragmatisch die Rolle des konzentrierten Sortierers und Organisierers. Das glänzend aufgelegte Museumsorchester bietet einen überzeugenden, federnden Verdi-Klang, der von Tilman Michael (hurtig) einstudierte Chor wirkt kompakt und beweglich.
(…)
Nun aber: Als Vater Germont singt [Željko] Lučić  machtvoll und raumsprengend und dabei mit geradezu provozierender Mühelosigkeit (wenn auch eher diabolisch angeraut, ein gezähmter, gezügelter Rampenberserker). Das ist so enorm, dass der vom Frankfurter Publikum hier nicht inflationär, sondern kennerhaft verteilte Zwischenbeifall mit dem Toben und Jubeln nicht mehr aufhören will. Herrlich dabei zuzuschauen, wie Lučić und Rae, in verschatteter Rollensituation, tapfer in ihrem Ernst und ihrer Traurigkeit verharren, denn auch als Paar sind sie die Sensation der ganzen Unternehmung.
Aus dem Haus werden die kleineren Rollen besetzt, gut bis brillant, darunter Elizabeth Reiter als quecksilbrige Annina und Michael McCown als markanter Vicomte de Letorière, auch darstellerisch stets einen Seitenblick wert. Staunenswert etwa auch Opernstudiomitglied Iain MacNeil, der sich problemlos als Alfredos Gegenspieler Douphol integriert.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Mario Chang erwies sich als nobler Alfredo, der in den Duetten mit Brenda Rae für tenoralen Glanz sorgte, während zwei Debütanten herausstachen: Iain MacNeil als kaltherziger Baron Douphol und Brandon Cedels wuchtiger Marquis d’Obigny. Heute Abend [9. November 2018] läuft die zweite, letzte und unbedingt sehenswerte Vorstellung um 19 Uhr.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

Da wir durch die krankheitsbedingte Absage von Dorothea Röschmann und Roberta Mantegna für die selten gespielte Oper Il corsaro von Giuseppe Verdi kurzfristig keinen adäquaten Ersatz finden konnten, spielt die Oper Frankfurt an den beiden vorgesehenen Terminen stattdessen konzertant La traviata. Diese Oper wurde zuletzt vor fast sechs Jahren in szenischer Form gegeben; die Inszenierung von Axel Corti befindet sich nicht mehr im Repertoire der Oper Frankfurt, eine szenische Aufführung ist also nicht möglich.

Mit La traviata präsentieren wir eines der Hauptwerke des Komponisten in illustrer Besetzung. Dieses letzte der drei Meisterwerke aus der sogenannten Trilogia popolare (neben La traviata bestehend aus Rigoletto und Il trovatore), mit der Giuseppe Verdi seinen Weltruhm begründete, greift einen realen Stoff auf, der den Zeitgenossen geläufig war – hatte Alexandre Dumas  d.J. doch eben erst in dem Roman Die Kameliendame seine unglückliche Liebe zu der Halbwelt-Dame Marie Duplessis verarbeitet. 1852 kam in Paris das auf dem Roman fußende Theaterstück auf die Bühne, und am 6. März 1853 hatte Verdis Oper am Teatro La Fenice in Venedig Premiere: ein Zeitstück, könnte man sagen! Durch Verdis Musik, die uns bis heute im Innersten berührt, ist die Geschichte von der schwindsüchtigen Kurtisane Violetta, die an der Seite Alfredos versucht, dem rauschhaften Taumel ihres Lebens zu entfliehen und am Ende in dessen Armen stirbt, zeitlos geworden.

Der italienische Dirigent Francesco Lanzillotta gibt sein mit Spannung erwartetes Debüt am Pult des Opern- und Museumsorchesters. Drei ehemalige Ensemblemitglieder, die inzwischen Weltkarriere gemacht haben, singen die Hauptpartien: Brenda Rae, Mario Chang und Željko Lučić. Man darf sich auf eine hochkarätige konzertante Wiedergabe von Verdis Oper, die zu den meistgespielten des gesamten Repertoires gehört, freuen.

Bereits erworbene Tickets für Il corsaro behalten ihre Gültigkeit oder können innerhalb von vier Wochen umgetauscht werden.