Spielplan

zur Übersicht

Carmen

Georges Bizet 1838-1875

Opéra comique in drei Akten / UA 1875
Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach Prosper Mérimée.

Premiere vom 5. Juni 2016

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer.
Die Vorstellung am 3. März findet im Rahmen von Oper für Familien statt.

Musikalische Leitung Stefan Blunier / Nikolai Petersen (28.2., 7.3.)

Carmen Paula Murrihy / Tanja Ariane Baumgartner (15.2.)
Don José Jean-François Borras / AJ Glueckert (22.2.)  / Alfred Kim (28. 2., 7. 3.)
Micaëla Julia Moorman
Escamillo Kihwan Sim (31.1., 5.2., 7.2.)  / Gordon Bintner
Moralès / Dancaïro Liviu Holender / Mikołaj Trąbka (22., 28. 2., 7. 3.)
Remendado Michael Petruccelli°
Frasquita Kateryna Kasper / Nora Friedrichs (15.2.) / Frøy Hovland Holtbakk (7.3.)
Mercédès Bianca Andrew (31.1., 5., 7., 15.2.) / Judita Nagyová (22., 28.2.; 7.3.)
Zuniga Thomas Faulkner

°Mitglied des Opernstudios

(…) Micaëla (in heller Frische: Julia Moorman, ein Rollendebüt) kann es mit aller Treuherzigkeit nicht gelingen, den nach mehr strebenden Don José (zum Ende hin mit existenzieller Dramatik: Jean-François Borras) für sich zu gewinnen. Der allerdings kneift im entscheiden­den Moment, sodass der schneidi­ge Torero Escamillo (Kihwan Sim) Carmens Herz erobern kann. Nur in dieser Lesart fällt auf, wie we­nig – außer der schmissigen „To­réador"-Arie – dieser oberflächliche Macho-Typ eigentlich zu singen hat.
Überragend Paula Murrihy, die bereits bei der Premiere die Titel­partie verkörpert hatte: keck und tief empfindend, eiskalt, wo es sein muss, kokett – ist sie wirklich zur Liebe fähig? Oder spielt sie nur mit den Männern? Oder ergibt sie sich wirklich ihrem aus den Karten gelesenen Schicksal? Sie steht im Zentrum, und ganz am Ende nimmt sie augenzwinkernd den Dampf aus dem Kes­sel – alles nur Theater, was sich da über drei Stunden auf einer bühnenbreiten Revue-Treppe (ein­ziges, geniales Bild von Katrin Lea Tag) rund um Sevilla abspielt! Ste­fan Blunier dirigiert, lässt dem prächtig aufspielenden Orchester viel Zeit, vielfältige Dynamik und herrliche Klangfarben auszubrei­ten. Und packt zu, wo es sein muss.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Mit ihrem unbedingten Freiheitsdrang fesselt Carmen jeden. Seit der Erscheinung der Vorlage zu Bizets Oper wird sie gleichermaßen begehrt und gefürchtet. Die Motive von Mérimées Novelle eröffneten dem Komponisten die Möglichkeit, den unausweichlichen Konflikt zwischen den Lebensmodellen von Carmen und Don José in mitreißenden Klangwelten auf die Spitze zu treiben und schließlich zum tragischen Ende zu führen: Carmen wirft Don José aus seiner Lebensbahn. Sämtliche Versuche, sie umgekehrt in die ihm bekannte Ordnung zu retten, sind zum Scheitern verurteilt. Bizets Musik führt Extreme zueinander: Sie führt vom unbeschwert-doppelbödigen Operettenton bis hin zur musikalischen Tragödie. Barrie Koskys Erfolgsinszenierung treibt Carmen die gängigen Klischees und Folklore-Anklänge aus und stellt eine atemlose, freche Revue mit dramatischer Tiefe und schwarzem Humor auf die Bühne.

Mit freundlicher Unterstützung