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Aus einem Totenhaus

Leoš Janáček (1854-1928)

Oper in drei Akten
Text von Leoš Janáček nach Aufzeichnungen aus einem Totenhaus (1862) von Fjodor M. Dostojewski Uraufführung am 12. April 1930, Nationaltheater, Brünn

Premiere vom 1. April 2018

In tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Wiederaufnahme hier und auf YouTube)

Musikalische Leitung Lothar Koenigs

Alexandr Petrovič Gorjančikov Daniel Schmutzhard
Aljeja Monika Buczkowska
Filka Morozov / Luka Kuzmič Michael Heim
Šiškov Nicholas Brownlee
Skuratov  AJ Glueckert
Der große Sträfling / Čerevin Ralf Simon
Der kleine Sträfling / Čekunov Gurgen Baveyan
Šapkin / Der fröhliche Sträfling Michael Porter
Der ganz alte Sträfling Hans-Jürgen Lazar
Der betrunkene Sträfling Carlos Andrés Cárdenas°
Der junge Sträfling Theo Lebow
Der verbitterte Sträfling Dietrich Volle

°Mitglied des Opernstudios
 

Was Dostojewski als Gefangener in einem sibirischen Straflager erlebte, hielt er in seinen 1861/62 erstmals vollständig veröffentlichten Aufzeichnungen aus einem Totenhaus fest. Leoš Janáček fand dafür in seiner 1928 vollendeten Oper eine drastische, realistisch-expressionistische Musiksprache und warf mit seinem letzten Bühnenwerk, dessen Uraufführung er selbst nicht mehr erlebte, noch einmal einen neugierigen Blick in Richtung Neue Musik. Nicht ein einzelner Held steht hier im Zentrum, vielmehr setzen sich die erschütternden, zum Teil überaus brutalen Erzählungen und Schicksale der männlichen Inhaftierten – Diebe, Mörder, politische Gefangene – zu einer plastischen Schilderung des harten Lageralltags sowie des menschlichen Lebens überhaupt zusammen. Stets gilt dabei Dostojewskis Leitwort, mit dem auch die Originalpartitur des Werks überschrieben ist: »In jeder Kreatur ein Funke Gottes.«