Spielplan

zur Übersicht

Ariadne auf Naxos

Richard Strauss 1864-1949

Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel
Text von Hugo von Hofmannsthal

Premiere vom 5. Oktober 2013

Mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Christoph Gedschold
Primadonna / Ariadne Christina Nilsson
Zerbinetta Elizabeth Sutphen
Der Tenor / Bacchus Vincent Wolfsteiner
Der Komponist Paula Murrihy / Claudia Mahnke (30. 11.)
Najade Florina Ilie* / Samantha Gaul (17.11., 22.11.)
Dryade Zanda Švēde
Echo Angela Vallone
Harlekin Mikołaj Trąbka (2., 10.11.) / Gordon Bintner (15., 17., 22., 30.11)
Scaramuccio Theo Lebow
Truffaldin Barnaby Rea
Brighella Michael Porter
Ein Tanzmeister Michael McCown
Ein Musiklehrer Sebastian Geyer (2., 22., 30.11) / Johannes Martin Kränzle (10., 15., 17. 11.)
Ein Lakai Franz Mayer (2., 10.11.) / Mikołaj Trąbka (15., 17., 22., 30.11)
Ein Perückenmacher Thomas Faulkner
Ein Offizier Michael Petruccelli*
Der Haushofmeister Michael Benthin

*Mitglied des Opernstudios

(…) Schon bei ihrer Premiere 2013 war Fassbaenders Ariadne ein gewaltiger Erfolg. Nun wurde diese Inszenierung zum zweiten und letzten Mal wieder auf den Spielplan gesetzt. Man sollte sich also beeilen, wenn man das gute Stück noch einmal erleben möchte, nicht nur des famos mit räumlichen Effekten spielenden Bühnenbildes (von Johannes Leiacker) wegen.
Für die Titelrolle steht die schwedische Sopranistin Christina Nilsson zur Verfügung, die trotz ihrer jungen Jahre für exponierte Partien prädestiniert scheint. Sie arbeitet derzeit an ihrem Aida-Image (in der heimatlichen Oper zu Stockholm), wird aber auch eine gefragte Ariadne werden (Lausanne hat sie schon gebucht). Woran ihre Beliebtheit festgemacht werden kann, wurde bei der Wiederaufnahme in mehrerlei Hinsicht deutlich: Ihre klare und bis in große Höhen bezwingend schlanke Stimme macht sie für die typischen Strauss-Partien zu einem großen Gewinn. Dazu kommt die reife darstellerische Ausstrahlung dieses sehr kompakten Wesens.
Auch sonst kann sich das Solistenensemble sehen und hören lassen. Elizabeth Sutphen als Zerbinetta, Paula Murrihy als Komponist, vor allem aber der hingebungsvoll-komische Harlekin, der von Mikołaj Trąbka Format und Klasse erhielt, boten besonders im ersten Teil eine wirkungsvolle Einheit. Florina Ilie, Zanda Švēde und Angela Vallone ließen die drei Nymphen Najade, Dryade und Echo in liebenswertester Form Wirklichkeit werden. Und die (wichtigen) Nebenrollen eines Hofmeisters (Michael Benthin), Perückenmachers (Thomas Faulkner) und Tanzmeisters (Michael McCown) waren mit Bedacht ausgewählt und besetzt worden.
So ist auch Ariadne auf Naxos als wichtiges Glied einer Kette bedeutender Strauss-Inszenierungen in Frankfurt in den vergangenen zehn Jahre zu sehen. Das Opernorchester, das diesmal unter der couragierten Leitung von Christoph Gedschold stand, hatte mit großem Format in kleiner Besetzung daran seinen gebührenden Anteil.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Diese Wiederaufnahme vereint kurzweilige und intelligente Unterhaltung mit Vokalakrobatik und opulentem Strauss-Sound vom Feinsten. Wir empfehlen, den Preis für die teureren Karten in den vorderen Parkettreihen nicht zu scheuen, um keine Nuance des ausgefeilten Spiels der darstellerisch exzellenten Besetzung zu verpassen. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Der reichste Mann von Wien ordnet an, dass die eigens engagierten Opernsänger und die zur anschließenden Aufheiterung bestellte Komödiantentruppe gleichzeitig auf der Bühne seines Hauses agieren sollen, um das pünktliche Abfeuern seines Feuerwerks nicht zu gefährden. Die Tragöden sammeln sich um die schockierte Primadonna, welche später als schmerzlich trauernde Ariadne gleich einer Gluck’schen Heroine neben dem Wagner-gefärbten Tenor auf der Bühne stehen wird. Ihr gegenüber als Anführerin der Komödianten: die kokette Zerbinetta, die sich gern in halsbrecherischen Koloraturgirlanden à la Donizetti ergeht. Beide verhandeln auf ihre Art das »simple und ungeheure Lebensproblem der Treue«. Zwei Frauen, zwei Liebesnaturen — dazwischen die symbolische, halb tragische, halb komische Figur des Komponisten. Er verzweifelt über den Pragmatismus des Mäzens und vereint mit seiner keuschen Verehrung für die Primadonna und seinem ganz weltlichen Verlangen nach Zerbinetta die Antithese des Werks in sich.

Ihr Debüt an der Oper Frankfurt gibt die junge und vielfach ausgezeichnete schwedische Sopranistin Christina Nilsson in der Partie der Primadonna / Ariadne, die sie 2019 auch am Opernhaus von Lausanne singen wird. 2018 wurde Christina Nilsson u.a. als Aida am Königlichen Opernhaus von Stockholm gefeiert. Als Zerbinetta kehrt das ehemalige Opernstudiomitglied Elizabeth Sutphen zurück.

Regisseurin Brigitte Fassbaender gibt sämtlichen Figuren dieser für sie »genialen Insider-Komödie eine eigene Biografie und verschränkt ihre Bezüge und Beziehungen noch weiter. Gemeinsam mit Bühnen- und Kostümbildner Johannes Leiacker verfolgt sie den Anspruch dem »verständnis- und liebevollen Blick von Hofmannsthal und Strauss auf die Menschen, die die Bühne bevölkern und zum Leben erwecken«, nachzuspüren.