Spielplan

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Amadigi

Georg Friedrich Händel 1685-1759

Opera seria in drei Akten
Text vermutlich von Nicola Francesco Haym
Uraufführung 1715, King’s Theatre, Haymarket, London

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video

Musikalische Leitung Roland Böer

Amadigi Brennan Hall
Oriania Kateryna Kasper
Melissa Elizabeth Reiter
Dardano Beth Taylor

In ihrem Gefühlschaos wollen sie die »Quelle der wahren Liebe« genießen. Eine trickst - und stirbt.

Den Spuren des Ritters Amadis von Gallien und seinen Abenteuern mit Oriana folgt Händels Zauberoper. Zur ersten Aufführung in London wurde das Publikum mit Geistern, Dämonen und phantastischen Verwandlungen gelockt - auch wenn die spektakulären Bühneneffekte nur als Rahmen für ein intimes Kammerspiel mit fein gezeichneten Charakteren dienten. Im französischen Textbuch von Houdar de la Motte hatten Händel und sein Librettist die passende Vorlage für ihre neue Bühnenzauberei mit amourösen Verwicklungen gefunden. Mit Motiven aus einem Ritterepos war der Publikumserfolg so gut wie garantiert. Die Handlung beruht auf den Liebes-Interessen von vier  Personen. Amadigi und seinem Begleiter Dardano, der Zauberin Melissa und Oriana. In der  komplizierten Beziehungsgeschichte wendet Melissa die verschiedensten Tricks an, um Amadigi, der Oriana liebt, für sich zu gewinnen. Ohne Erfolg. Als Melissa schließlich aus Kummer und Eifersucht das Liebespaar ermorden will, schalten sich höhere Mächte ein. Die Liebenden werden beschützt. In ihrer Verzweiflung tötet sich die Zauberin, deren Sterbeszene Händel mit neuen, ergreifenden  musikalischen Mitteln darstellt. 

Gemäß der italienischen Tradition wählte Händel für das Protagonisten- Quartett ausschließlich hohe Stimmen. Aufgrund dieser kleinen Besetzung wird Amadigi als Händels persönlichste Oper bezeichnet. Seine Arien zeugen von genauer Analyse der Gefühle: Zwischen Wut und Widerstand, Verzweiflung und Liebesrausch werden die vier Hauptfiguren hin und her geschleudert.

Der Regisseur Andrea Bernard erzählt im Rahmen der Frankfurter Erstaufführung eine Geschichte, in der sich das Publikum des Bockenheimer Depots mitten im Bühnenraum befindet und damit direkt in das rätselhafte Universum von Amadigi versetzt werden kann.

Mit freundlicher Unterstützung