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Johannes Martin Kränzle

Bariton

Johannes Martin Kränzle
© Christian Palm

Johannes Martin Kränzle, in Augsburg geboren, studierte zunächst Violine und Musiktheaterregie. Nach seinem Gesangsstudium bei Martin Gründler in Frankfurt  und Festengagements in Dortmund und Hannover war er Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Johannes Martin Kränzle erarbeitete sich ein breit gefächertes Repertoire von über 120 Partien. Gastproduktionen führten ihn mehrfach an die Mailänder Scala, an  die Metropolitan Opera New York, zu den Bayreuther, Salzburger und Bregenzer Festspielen, zum Glyndebourne Festival, an die Opernhäuser von London, Paris, Madrid, Zürich und Genf, nach Berlin, München, Hamburg, Stuttgart, Köln, Kairo, San Francisco, Spoleto, Sofia, Tel Aviv, Tiflis und Tokio. Der Bariton wurde 2011 und 2018 bei der Kritikerumfrage der Opernwelt zum »Sänger des Jahres« gewählt. 2011 erhielt er den Kölner Opernpreis, 2019 den wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST für seine Interpretation des Siskov in Janáčeks Aus einem Totenhaus an der Oper Frankfurt. Er ist Preisträger internationaler Wettbewerbe von Vercelli, Perpignan und Paris. Seit dem Gewinn der Primo Grande  Premio 1991 in Rio de Janeiro unterrichtet er in Brasilien alljährlich ehrenamtlich als  Gastprofessor und hat seit 2013 die gleiche Position an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln inne.

Regelmäßig widmet sich Johannes Martin Kränzle dem Konzertgesang und tritt  weltweit als Solist in Oratorien  auf, u.a.  in der Notre Dame Paris, der Dormition Abbey Jerusalem, im Dom von Salvador /Bahia in Brasilien, beim Budapester Frühlingsfestival,  beim Vilnius  Festival,  beim  Maggio Musicale in Florenz sowie im Concertgebouw Amsterdam. Er  gab Liederabende  u.a.  beim Schleswig-Holstein Musik Festival,  im   Goethe-Haus Frankfurt und auf der Expo 2000 Hannover. Schuberts Winterreise führte er szenisch in einer Produktion der Oper Frankfurt  auf. Johannes Martin Kränzle arbeitet mit so unterschiedlichen Dirigenten wie Daniel Barenboim, Philippe Jordan, Wladimir Jurowski, Fabio Luisi, Antonio Pappano, Kirill Petrenko, Joana Mallwitz, Ingo Metzmacher, Donald  Runnicles und Ivor Bolton zusammen. Seine dritte Lied-CD Das ewige Rätsel (bei Oehms) mit Liedern von Mahler, Martin und Ravel sowie der Ersteinspielung der Jiddischen Lieder  von  R.R.  Klein wurde mit dem Preis  der  Deutschen  Schallplattenkritik ausgezeichnet. Weitere CDs, u.a. Die Mitternacht zog näher schon (bei Oehms) und Grenzen der Menschheit (bei Challenge Records) mit Werken von Schubert und Schumann sowie zahlreiche DVDs dokumentieren sein umfangreiches Lied- und Opernrepertoire. Sein Liedbegleiter ist Hilko Dumno.

2015 wurde bei ihm eine aggressiv fortschreitende Form der Knochenmarkkrankheit  MDS  diagnostiziert, und er musste sich einer Stammzelltransplantation unterziehen. Mit  großem Erfolg kehrte er September 2016 mit  seinem Debüt am Royal Opera House London als Don Alfonso (Così fan tutte) auf die Bühne zurück. 2020 war er bei den Salzburger Festspielen in der gleichen Partie zu erleben und übernahm die Partie des Rangoni (Boris Godunow) in der Inszenierung von Barrie Kosky am Opernhaus Zürich. Mai 2021 debütierte Johannes Martin Kränzle bei den Berliner Philharmonikern als Bartóks Blaubart. Neben Auftritten als Don Alfonso bei den Salzburger Festspielen wird der Bariton 2021 den Beckmesser erneut bei den Bayreuther Festspielen und an der Metropolitan Opera New York singen. In der Spielzeit  2021/22 kehrt er als Jedermann (Sechs Monologe aus "Jedermann" von Frank Martin) in der Neuproduktion Warten auf heute an die Oper Frankfurt zurück.