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Il Trovatore

Giuseppe Verdi 1813-1901

Opera in four parts
Libretto by Salvadore Cammarano after Antonio García Gutiérrez' play El trovador (1836)
First performed January 19 1853, Teatro Apollo, Rome
A co-production with the Royal Opera House Covent Garden London

Sung in Italian with German surtitles
ca. 3 hours, including 1 interval
an introductory talk, in German, begins in the upstairs foyer 30 minutes before every performance  

Conductor Jader Bignamini
Conte di Luna Brian Mulligan / Tassis Christoyannis
Leonora Elza van den Heever / Leah Crocetto
Azucena Tanja Ariane Baumgartner / Ewa Płonka
Manrico Piero Pretti / Alfred Kim
Ferrando Kihwan Sim / Daniel Miroslaw
Ines Alison King*
A Gypsy Thesele Kemane*
Ruiz Theo Lebow

*Member of the Opera Studio

A woman traumatised by seeing her mother being burned alive became so hysterical that she mixed up two children, throwing her own onto the fire. The story of two brothers who, ignorant of one another, love the same woman, is no less tragic. In order to tell the bizzare storyline and take the contradictions in the story seriously, David Bösch and his team show everything: an Azucena, driven by vindictiveness, a Leonora who, for love's sake, chooses suicide, a Manrico who, mad with jealousy, accuses dying Leonora of unfaithfulness and a Luna, driven by hate and unaware of their backgrounds, kills his own brother.

Il trovatore has polarised audiences ever since it was first performed in 1853: questioning the horror in the confusing tale on one hand - witches are burned, children stolen, novices abducted, poison taken and executions carried out - applause and joy for the belcanto numbers and rousing choruses on the other. Although the protagnists react as victims of madness, hate, jealousy, love and revenge, Il trovatore is still one of Verdi's most popular operas.

Background Early 15th century Spain was rocked by battles for the crown of Aragon. Count Luna fights for the king, Manrico for the rebels. 15 years ago Luna's father had a gypsy burned as a witch. Her daughter took revenge by stealing Luna's younger brother, burning to death, in a moment of madness, her own child and raising the abducted boy (Manrico). Part I – The Duel While waiting for their master to return Luna's captain, Ferrando, tells the story of the Count's family and the gipsy. Before his father died he made Luna swear to search for his brother, who he was sure was still alive. Luna loves Leonora, who has lost her heart to Manrico. When Luna approaches the voice of the unknown knight who has been serenading Leonora can be heard. Leonora, in the dark, rushes into Luna's arms. She realises her mistake when Manrico appears, calming him down with promises of love. The two rivals intend to fight this out. Manrico beat Luna but an inner voice stopped him from killing him. The count thrashes Manrico's troups. Manrico is left for dead, and nursed back to health by Azucena. Part 2– The Gipsy Azucena tells Manrico, who she has not seen for a long time, about her mother and the stolen child. Manrico hears that Leonora, believing him dead, intends to take the veil. Ruiz and his men prevent the count and his soldiers from abducting Leonora, who escapes from the convent with Manrico. Part 3 – The Gipsy's Son Luna plans to attack Manrico's troups. Azucena was recognised and arrested by his men. Luna is delighted when he finds out that Manrico is her son. Manrico tries to dispel Leonora's forebodings. When he hears that his mother is to be executed he rushes off to free her. Manrico's troups are defeated. Leonora and Ruiz escape. Manrico and Azucena are imprisoned and sentenced to death. Part 4 – The Execution Leonora's begs Luna spare Manrico, but only when she promises to give herself to him does he agree to let Manrico go. She takes poison and begs Manrico to flee, alone. He refuses, thinking she has betrayed his love. Leonora dies in his arms, Luna has Manrico executed. Azucena is revenged: witnessing the death of one brother and denouncing the other for murdering his own sibling.

Es sei ganz einfach, Verdis Il trovatore zu besetzen: Man benötige dazu nur die vier besten Sänger der Welt. Das soll Enrico Caruso gesagt haben, selbst einer der besten. Und meist sind die Inszenierungen dann auch eher Feste schöner Stimmen als erhellende szenische Interpretationen. Die Oper Frankfurt hat für die Eröffnungspremiere der neuen Saison vielleicht nicht die besten Sänger der Welt, aber verdammt gute. Schlichtweg sensationell ist Elza van den Heever. Sie zeigt eine anfänglich mädchenhaft fragile Leonore, die ihr Geschick in die eigenen Hände nimmt, um sich am Ende völlig losgelöst von allem Irdischen zu opfern. Ihre Koloraturen sind agil, die vokalen Linien makellos, die Lyrismen schmerzlich- sehnsüchtig. Piero Pretti singt einen unprätentiös klagenden Manrico mit frischem Tenor, der das hohe C am Ende seiner berühmten Stretta singen darf und singen kann. (…) Brian Mulligan ist ein kerniger Luna, die kurzfristig eingesprungene Marianne Cornetti eine sichere Azucena. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg


(…) Vier gute, phasenweise auch sehr gute Sänger – dazu gesellten sich – mit Kihwan Sim (Ferrando) und Alison King (Leonoras Zofe Ines) – schöne Stimmen aus Ensemble und Opernstudio.
(…) Der von Tilman Michael einstudierte Chor sorgte für die berückendsten Momente des Abends, dem Nonnenchor im zweiten und, aus dem Off, dem „Miserere“ im vierten Teil. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) In einem Interview deutet Bösch seine Sicht des Trovatore an, eine Verquickung aus Aktualität und Archaik, und die Rolle des Feuers. Es verbrennt, vernichtet, hypnotisiert, wärmt und lodert in den anachronistischen Figuren. Ob Graf, Troubadour, Unschuldsengel, Hysterikerin, Spießgesellen, Höriger spielt keine Rolle. Im Kern geht es um die Charaktere, besetzt vom Wahn aus entzogener Liebe, rasender Eifersucht und hasserfüllter Rache. Das rechtfertigt Böschs Idee. Er konzentriert sich auf den Konflikt zweier Gegner, die nicht wissen, dass sie Brüder sind. (…)
Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters stand Jader Bignamini. Seine Laufbahn begann er als Klarinettist in Orchestern unter Dirigenten wie Riccardo Chailly. Seit 2010 steht er am Pult und überzeugt. Vor allem die Musiker. Auch in der Frankfurter Oper. Selten erlebte man Verdi so differenziert ausbalanciert, tiefgründend packend, dramatisch geschärft, aber auch spritzig rasant, was den gut disponierten Chor zu erhöhter Reaktionsschnelle herausforderte (…).

Christiane Franke, www.klassik.com


(…) Frankfurts Oper vollbringt ja regelmäßig Erstaunliches. Wenn dann aber eine Kandidatin für die Mezzo-Weltmeisterschaft erkrankt, wird es auch hier ganz eng. Insofern zeigte sich Intendant Bernd Loebe bei der Begrüßung des Publikums zum Saisonstart und der Ankündigung der Umbesetzung sichtlich erleichtert, die Amerikanerin Marianne Cornetti kurzfristig als Einspringerin für Tanja Ariane Baumgartner gewonnen zu haben. Noch vor ein paar Tagen habe sie in Pittsburgh die Baseball-Saison mit der Nationalhymne eröffnet. Wenn man ihr Volumen als Zigeunerin Azucena hört, glaubt man gerne, dass sie Stadien füllt. Über kleine Erosionserscheinungen wird man angesichts der Umstände weghören dürfen, zumal sie nebst mütterlichem Großformat nicht schlecht zum gebrochenen Charakter dieser tragischen Figur passen. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier


(…) Brian Mulligan gab den Luna mit edler, sonorer Stimmkraft, ohne mit dämonischen Facetten dieser Partie zu forcieren. Für die erkrankte Tanja Ariane Baumgartner war kurzfristig die versierte, gereifte Azucena-Darstellerin Marianne Cornetti aus Amerika eingesprungen, die ihren Part mit Ernst und Nachdruck absolvierte (…). Schlank und vokal beweglich der Manrico von Piero Pretti, der nicht erst seine „Stretta“ zum anstrengungslos tenorflammenwerferischen Phänomen gestaltete.
Diesmal geriet man, dank der Sopranistin Elza van der Heever, in Versuchung, die Oper in Leonora umzutaufen, denn diese Protagonistin war es, die (…) in den letzten Bildern dominierte, vor allem mit immer glühenderen Melodiewundern, intimste Gefühlsregungen himmelwärts ausfahrend und schier Sterne zum Schmelzen bringend. (…)
Blankgeputzt und akkurat das Opernhaus- und Museumsorchester mit dem Dirigenten  Jader Bignamini. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau


(…) Mit der gewohnten musikalischen Brillanz startet die Oper die neue Saison mit Verdis Il trovatore.
(…)
David Böschs Inszenierung ist karg, intelligent, bilderstark. Daran herumzukritteln, hieße Korinthen picken.

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Eine Lichtgestalt, natürlich Sopran, ist (…) Leonora, die vergeblich vom jungen Grafen und erfolgreich vom Outcast Manrico, dem Troubadour, begehrt wird. Wenn Elza van den Heever in der Partie dieser großen Liebenden vom Himmel singt, katapultiert sie das Premierenpublikum in den siebten Opernhimmel. Die Sopranistin sorgt mit dem prachtvollen Bariton Brian Mulligans als Graf Luna für die musikalisch stärksten Momente in dieser Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden. In London hatte David Böschs Inszenierung im Juli 2016 Premiere und brachte in Frankfurt nun unter der federnden, eher gedeckte Farben als das Grelle suchenden Leitung des italienischen Gastdirigenten Jader Bignamini eine Wiederbegegnung mit dem ehemaligen Ensemblemitglied, einer Leonora, die hier in idealer Weise Wärme und Kraft des Ausdrucks mit brillanter Höhe vereint. (…)

Volker Milch, Darmstädter Echo


(…) Erstaunlich, wie routiniert und gleichermaßen stimmlich einprägsam Einspringerin Marianne Cornetti ihre schwierige Partie [der Azucena] auch darstellerisch meistert. Eine weitere starke Frau ist Elza van der Heever, deren makelloser Sopran dramatisch zu forcieren versteht. Und da ist noch Tenorissimo Piero Pretti als Manrico, körperlich von kleiner Gestalt, aber mit großer Stimme, die auch das hohe C mühelos stemmt. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(…) Das mit düster gestrichelten Videos, kindlich gemalten Filmen und tristen Baumwoll-Blumen fesselnde Bühnenbild von Patrick Bannwart, das auf jede Volte von Verdis Musik klug reagieren konnte, zeigte am Sonntagabend durchaus poetische Augenblicke. (…)

Bettina Boyens, www.musik-heute.de


(…) Das Sänger-Quartett der vier Hauptrollen hat es in sich. Natürlich singt Tenor Piero Pretti (Manrico) in seinem Frankfurt-Debüt am Ende des dritten Akts das hohe C. Verdi hatte zwar nur ein G notiert, aber schon zu seinen Lebzeiten waren Experten der Meinung, hier müsse am Schluss ein hohes C her, was der Meister absegnete. Pretti schmettert die Heldennote im Brustton der Überzeugung in den Saal, legt sie über den im Forte singenden Chor und sorgt nach dem Schlussakkord des Orchesters für Nachhall. Bariton Brian Mulligan ist ein durchdringender Graf Luna, Elza van den Heever eine erfreulich unprätentiöse, aber sich bis in die höchsten Höhen aufschwingende Leonora. Die eigentlich für die Rolle der Azucena vorgesehene Tanja Ariane Baumgartner war erkrankt und wird von der zwei Tage vor der Premiere eiligst aus den USA eingeflogenen Marianne Cornetti routiniert ersetzt. Der Chor gehört wie immer zur Spitzenklasse.
Im Graben gibt Dirigent Jader Bignamini dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester eine flotte Gangart vor. (…) Im Schlussakt arbeitet Bignamini die Spannungsbögen sauber heraus und nimmt sich gebührend Zeit. Das Orchester musiziert mit bestechender Eleganz. (…)

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung