Ver­an­stal­tung­en

 Uraufführungen an der Oper Frankfurt 

Eine Vorlesungsreihe

»Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«, schrieb Hermann Hesse. Nur wer stets bereit zum Aufbruch sei, könne der paralysierenden Gewöhnung ans Immergleiche entgehen. Das Musiktheater unserer Tage ist nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen dazu angehalten, die großen Werke der Vergangenheit vor dem Horizont des Gegenwärtigen neu zu begreifen, sie anders als in den vorausgegangenen Perioden zu betrachten, um ihre Leuchtkraft zu erhalten. Tradition als »Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche« (Gustav Mahler) muss flankiert werden durch Innovation. Die Oper ist kein museales Relikt, geschaffen einzig aus dem Bedürfnis nach Entspannung, Unterhaltung und gefahrlosem Wohlklang. Das Theater hat die Verpflichtung zur Irritation, zum Wagnis, zum Noch-nicht-Dagewesenen.

Imposant offenbart sich die Geschichte der Uraufführungen an unserem Hause. Darunter Werke wie Franz Schrekers Der ferne Klang, Paul Hindemiths Sancta Susanna, Ernst Křeneks Der Sprung über den Schatten, Arnold Schönbergs Von heute auf morgen, Carl Orffs Carmina Burana, Hans Werner Henzes Das Wundertheater / Ein Landarzt / Das Ende einer Welt oder – in der nicht eben uraufführungsreichen Gielen-Ära – Hans Zenders Stephen Climax oder Heiner Goebbels’ Thränen des Vaterlandes. In den neunziger Jahren sind Höhepunkte wie Europeras 1 & 2 von John Cage, Heinz Holligers Beckett-Einakter oder Max Liebermanns Der Wald hinzugekommen. In den letzten Jahren traten neben Kompositionen von Rolf Riehm und Peter Eötvös die Werke einer neuen Komponistengeneration hinzu, darunter Georg Friedrich Haas, Beat Furrer, Moritz Eggert, Mark Andre, Jens Joneleit, Arnulf Herrmann, Detlev Glanert, Lior Navok und Michael Langemann.

In einer neuen Vorlesungsreihe, die an die vorausgegangenen Veranstaltungen zur Moderne in der Oper anknüpft, will die Dramaturgie der Oper Frankfurt einen Rückblick auf die so unterschiedlichen Komponisten und Werke wagen. Wir werden uns nach einem kurzen historischen Abriss im Wesentlichen auf die Uraufführungen der letzten drei Jahrzehnte konzentrieren.

Eine Veranstaltung der Dramaturgie