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Stéphane Degout (Bariton)
Cédric Tiberghien (Klavier)

Als Interpret in eine Reihe mit Legenden wie Charles Panzéra, Pierre Bernac und Gérard Souzay gestellt zu werden, übertrifft jede Auszeichnung. Stéphane Degouts verführerischer Bariton vereint den klassischen Charme mit einer gehörigen Portion Coolness und transportiert die Eleganz der großen französischen Liedsänger ins Heute. Höchst sensibel und mit Gespür für Poesie gestaltet der französische Künstler mit Vorliebe Mélodies seines Heimatlandes, die er auch für sein erstes Soloalbum beim Label Naïve auswählte. In unterschiedlichen Besetzungen – mal pur mit Klavierbegleitung, mal mit Triobesetzung – fasziniert Stéphane Degout in Liederabenden und Konzerten sein Publikum von Paris über Brüssel bis London, von Rom über Berlin nach New York. Ausflüge in die Welt des Kunstliedes werden neben den zahlreichen Opernengagements in seiner Agenda immer wichtiger. Stéphane Degout ist mit seiner hohen Tessitura prädestiniert für die großen Baritonpartien von Monteverdi über Gluck bis Mozart. Eine Rolle, die sein Profil seit vielen Jahren prägt und die er in unzähligen Inszenierungen verkörpert hat, ist Debussys Pelléas. In seinem Repertoire finden sich jedoch auch Raritäten wie Contis Don Chisciotte unter René Jacobs am Theater an der Wien oder Zeitgenössisches wie in Boesmans letzter Uraufführung Au monde am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel.

Das Programm seines Liederabends finden Sie hier.

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(…) Degout ist als Opern- wie als Liedsänger erfolgreich, und auch wer ihn noch nie auf der Bühne erlebt hat, glaubt es nach diesem Abend sofort. Regisseure, denkt man, müssen ebenfalls ihre Freude an ihm haben. Er verfügt dabei über eine ungemein bewegliche, farbenreiche, insgesamt eher hoch klingende und schlanke Stimme. Bei Bedarf wird sie kraftvoll in Übergröße oder auch schneidend grell. Es ist ihr geradezu anzumerken, wie sie nach möglichst unterschiedlichen interessanten Aufgaben lechzt. Poulenc und Apollinaire haben sie alle zu bieten.
(…)
Pianist Cédric Tiberghien, der ein zartestes Pianissimo bietet und sich sodann eher von seinem Sitz erhebt, als nicht kräftig genug zu werden, ist definitiv nicht bloß Begleiter, sondern Partner. Nach der Pause zeigte sich das erst recht, als er mit Matteo Cesari (Flöte) und Alexis Descharmes (Cello) Kaija Saariahos „Cendres“-Trio spielte. (…)
Unter den vom zunehmend begeisterten Publikum herbeigeklatschten Zugaben auch Poulencs „Fêtes galantes“. Das ein „schnelles Stück“ zu nennen, ist immer noch ein Euphemismus.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Die gesamte erste Hälfte des Liederabends gehörte den Gedichten Guillaume Apollinaires in den Vertonungen von Francis Poulenc. (…)
Der Sänger ließ dazu seinen betörenden Bariton erklingen. Er sang vollmundig und doch leicht und locker – Pianist Tiberghien war ansprechender und fein nuanciert wirkender Partner.
Nach der Pause kamen noch zwei ausgewiesene Kammermusiker hinzu. Matteo Cesari (Flöte) und Alexis Descharmes (Cello) ließen Cendres der finnischen Zeitgenossin Kaija Saariaho sowie Maurice Ravels Chansons madécasses quasi verschmelzen – kaum zu glauben, dass mehr als 70 Jahre zwischen der Entstehung beider Werke lagen, so modern klingt Ravel und so kraftvoll die Musik der 1952 geborenen Tonsetzerin. Am Ende aber waren der Sänger und sein Klavierpartner wieder für sich. Die fünf Lieder aus Ravels Histoires naturelles klangen wie ein großer, natürlicher Blumenstrauß voller Duft und Esprit. Drei Zugaben waren der Dank für großen Applaus: wieder Poulenc und Ravel, dazu noch Debussy. Degout blieb seiner Linie treu.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

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Dienstag
17. Januar 2017
Beginn
20.00 Uhr
Ort
Opernhaus
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Serie 18
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