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Spectacle Spaces

Martin Matalon *1958
Mauricio Kagel 1931-2008

Concert-Spectacle für Artisten und Musiker (1976/77)Caravanserail (2016) (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Franck Ollu
Konzeption: Knut Gminder und Robin Witt
Regie: Knut Gminder
Choreographie: Aleksei Uvarov
Beleuchtungskonzept und Lichttechnik: Wiglev von Wedel

Internationales Artistenensemble:
Walter Holecek - Fliegetücher
IMAGINE - Duo Cyr wheel, Sphere manipulation und Artistic Pole
Tom Murphy - Physical Comedy
Vladik Myagkostupov - Jonglage
Anna Roudenko - Kontorsion, Luftring
Rosannah Star - Multicord

In einer düsteren, pessimistischen Welt der elektronischen Vereinsamung wird ein nostalgischer Jahrmarkt, der die Vielfalt (Varieté) feiert anstatt sie zu fürchten, zu Zuflucht und Ablenkung – oder gar zum Ausweg? Der Abend Spectacle Spaces mit dem Ensemble Modern und einer hochkarätig besetzten Gruppe internationaler Stars des Varietés und der Artistik lässt auf beeindruckende Weise zeitgenössische Musik auf moderne Zirkuskunst treffen. Ausgangspunkt ist Mauricio Kagels Concert-Spectacle für Artisten und Musiker, das die Regeln des klassischen Varietés umkehrt: Die Musik ist nicht mehr zufällige Begleitung szenischer Attraktionen, sondern sie selbst bedingt das Varietéprogramm nach musikalischen Gesichtspunkten.

Daran anknüpfend hat der argentinische Komponist Martin Matalon eine neue Komposition geschaffen, die an diesem Abend uraufgeführt wird. Wie Teile eines Puzzles unterschiedlicher Geometrie, Farbe, Form und Zeitlichkeit fügt sich seine Musik ineinander, mit der die Tänzer und Akrobaten als Kontrapunkt und Projektion ihrer selbst interagieren. In Spectacle Spaces werden die Musiker des Ensemble Modern auf der Basis der beiden Partituren zentraler und integraler Bestandteil des artistischen Gesamtkonzepts. Der Gegensatz zwischen zeitgenössischer Musik und bestaunenswerter und unterhaltender Artistik wird spielerisch aufgelöst, Grenzen zwischen Sparten und Formaten werden be- und hinterfragt: ein spektakulärer Abend voller bereichernder Kontraste.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe HEIM.SPIELE. (Einen Trailer finden Sie hier). Eine Kooperation mit dem Ensemble Modern auf Einladung der Oper Frankfurt. Mit großzügiger Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Aventis Foundation, der Deutsche Bank Stiftung, der Crespo Foundation, der Dr. Marschner Stiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Freunde des Ensemble Modern e.V. und der Stadt Frankfurt.

Im Anschluss an die Silvestervorstellung: Premierenfeier für Künstler und Publikum inkl. Silvestersekt und Imbiss.

(…) Ein so beschwingter wie poetischer Abend ist das, was das Ensemble Modern unter der Leitung von Frank Ollu bietet. Sofern es noch einen Nachweis bräuchte, dass zeitgenössische Musik zu Unrecht im Ruch einer akademischen Blutleere steht – hier wäre er.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Caravanserail für Artisten und Musiker beinhaltet viele komische und ironische Szenen. Die hohe Professionalität des Ensemble Modern, die diesem Orchester immer wieder die bedeutendsten der noch lebenden Komponisten zugeführt hat, zeigt auch in [Martin] Matalons nun uraufgeführtem Stück dessen reichhaltige Substanz, sowohl der Musik, als auch der Artisten, die sich freilich mehr im Hintergrund halten und meistens als tanzende Schattenfiguren zu erkennen sind. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Ein Verdienst der wunderbaren Produktion ist auch, die Trennung von „hoher“ Kunst und Artistik zu überwinden und das ästhetische Potenzial im Spektakulären bewusst zu machen: Nachdem die trennende Projektionsfläche entfernt wurde, beeindrucken die Artisten in Mauricio Kagels Variété als Künstler in einer Choreografie, die wagemutiger nicht denkbar ist: Rosannah Stars spektakuläre Luftnummer an den „Multicordes“, Anna Roudenkos Flexibilität im Luftring, Walter Holeceks Fliegetücher, das Duo Cyr Wheel oder der Jongleur Vladik Myagkostupov. Dass der Dirigent Franck Ollu das Ensemble Modern dabei im Kostüm des Zirkusdirektors leitet, ist mehr als ein Gag: Auch Musiker sind Artisten.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier


(…) Keinesfalls setzt das Ensemble Modern bei Spectacle Spaces auf den krachenden Effekt, wie es der Premierentermin an Silvester nahelegen könnte. Das Programm wurde im Zuge des Festivals heim.spiele im Bockenheimer Depot aufgeführt. Es handelt sich um einen süffigen Abend, der aus unterschiedlichen Arten des Zusammenspiels von Musik und Artistik besteht. (…)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Die Musik war ganz zu recht nicht weniger und nicht mehr als der reizvoll die leibhafte Virtuosität des Abends illuminierende Mitspieler. Überlegen dirigiert in passendem Zirkusdirektorenfrack von Franck Ollu.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Die Produktion mit dem Titel Spectacle Spaces erweist sich (…) als wahres Feuerwerk, das in der Verbindung von Humor, ästhetischer Akrobatik und musikalischer Virtuosität die heim.spiele des Ensemble Modern krönt. Das in Frankfurt ansässige, aber international renommierte und reisende Neue-Musik-Ensemble zeigt in 20 Veranstaltungen Präsenz vor hiesigem Publikum und hat dabei mit der Oper Frankfurt wieder einen starken Partner und Gastgeber. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier


(…) Mauricio Kagel, Martin Matalon, das furiose Ensemble Modern und Spitzen-Artisten aus aller Welt – eine zauberhafte Mischung im alten Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main. (…)

Ludger Fittkau, Deutschlandfunk Musikjournal

Ensemble Modern