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Rinaldo

Georg Friedrich Händel 1685-1759

Dramma per musica in drei Akten
Text von Giacomo Rossi, Szenarium von Aaron Hill nach dem Epos La Gerusalemme liberata (1574) von Torquato Tasso
Uraufführung der ersten Fassung am 24. Februar 1711, Queen’s Theatre Haymarket, London

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot

Musikalische Leitung Simone Di Felice
Rinaldo Jakub Jósef Orlinski
Armida Elizabeth Reiter
Almirena Karen Vuong
Argante Brandon Cedel
Goffredo Julia Dawson
Eustazio Daniel Miroslaw

Rinaldo, der unbeugsamste und stärkste aller Krieger aus Goffredos Truppen, soll in die Schlacht ziehen. Erst wenn er siegreich aus dieser hervorgeht, ist ihm gestattet Goffredos Tochter Almirena zu heiraten. Die feindliche Amazone Armida erkennt in Rinaldos Konflikt, sich seinen Gefühlen hingeben zu wollen, zunächst jedoch seine Pflicht erfüllen zu müssen, dessen verwundbare Stelle: Sie entführt Almirena und versucht den Helden mit Magie zu bezwingen. Rinaldo aber widersteht dem Verführungszauber und Armida muss sich schmerzlich eingestehen, dass sie selbst Gefühle für den Feind hegt. Als sich ihr Bündnispartner und Geliebter Argante dann zu ihrer Schmach noch in die entführte Almirena verguckt, ruft die Gekränkte alle furchtbaren Mächte zum Kampf.

Dem erst 26-jährigen Georg Friedrich Händel gelang mit seinem Einstand in England eine Sensation. Nie zuvor hatte das unterhaltungshungrige Londoner Publikum eine derart spektakuläre Aufführung der italienischen Oper erlebt. Der szenische Aufwand dieser Zauberoper erschöpfte sich nicht in eindrücklichen Kulissen, sondern bot mit Flugmaschinerie, Blitz, Donner und Feuerwerk sowie lebendigen Spatzen erstaunliche Theatereffekte. Händels Musik verzichtet mit ihrer farbenreichen Instrumentation, ihren wirkungsvollen Kontrasten und virtuosen Gesangspartien nicht minder auf Effekte, stellt aber vor allem die Situationen und Gefühlslagen der Figuren überzeugend dar. Arien wie Lascia ch’io pianga oder Cara sposa lassen niemanden unberührt. Und trotz allen Bühnenzaubers gelang es dem ambitionierten jungen Dreigespann, bestehend aus Händel, dem Theaterunternehmer Hill und dem Librettisten Rossi, eine spannende, logische Handlung um private und politische Interessen auf die Bühne zu bringen. Ausgehend von Tassos Epos La Gerusalemme liberata erzählt Rinaldo auf der Folie eines grausamen Kriegsgeschehens vom Aufruhr der Herzen in turbulenten Zeiten. Der Verlockung, Verführung und dem eigenen Begehren mit Selbstbehauptung zu begegnen, wird für Rinaldo zur alles entscheidenden Aufgabe.