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Pelléas et Mélisande

Claude Debussy 1862-1918

Drame lyrique in fünf Akten
Text von Maurice Maeterlinck (1893)
Uraufführung am 30. April 1902, Opéra-Comique, Salle Favart, Paris

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn vor jeder Vorstellung im Holzfoyer   

Arkel, König von Allemonde Alfred Reiter
Pelléas Björn Bürger
Mélisande Gaëlle Arquez
Golaud, Enkel Arkels Brian Mulligan
Geneviève Judita Nagyová
Ein Arzt Thesele Kemane

»Pelléas et Mélisande ist ein Versuch über die Orientierungslosigkeit des Menschen. Man zwingt den anderen zur Aussage, etwa: Liebst du mich? Diese Frage wird bejaht. Was aber bedeutet die Bejahung, glaubt man ihr, füllt sie die eigene innere Leere aus? Meist scheinen die Figuren des Stückes so stark in die eigenen Verschlingungen gebannt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die anderen in ihrer Andersheit wahrzunehmen.« (Claus Guth) Debussys fünfaktiges Drame lyrique, basierend auf einem Text des Symbolisten Maurice Maeterlinck, spielt in sagenumwobener Zeit auf dem düsteren Schloss Allemonde, wo die Familie des greisen Königs Arkel wohnt. Auf der Jagd begegnet Golaud, ein Enkel des Königs, dem seltsamen Mädchen Mélisande. Nur vage erfährt er von ihrem großen Leid, jedoch nichts über ihre Herkunft. Golaud nimmt sie zur Frau. Auf Allemonde beginnt die zarte Annäherung zwischen Mélisande und Golauds Bruder Pelléas, die sich so ähnlich zu sein scheinen. Die Angst vor der Entdeckung ihrer Liebe ist ihr ständiger Begleiter. Claus Guths mit dem deutschen Theaterpreis »Der Faust« ausgezeichnete Inszenierung erzählt die verhängnisvolle Liebesgeschichte als mysteriös-realistisches Familiendrama, das die oszillierenden Farben der Debussy’schen Orchestersprache in ein magisches Licht taucht.

(…) Nach gut vier Jahren war nun die Zeit für die erste Wiederaufnahme gekommen – vom ursprünglichen Solistenensemble blieb nur Alfred Reiter als kraftvoll-knorriger Arkel übrig. Björn Bürger in der Rolle des Pelléas und vor allem Gaëlle Arquez in der Rolle einer geheimnisvoll-versonnenen Mélisande waren bei der Wiederaufnahme ein allseits gefeiertes Paar, obwohl der Musik ja die dramatischen Elemente in seltsam-entrückter Weise fremd bleiben. Der (...) stets zupackende Ritter Golaud bekam in Brian Mulligan einen adäquaten Darsteller, der schon visuell den Eindruck vermittelte, nicht mit der zarten Mélisande und ihrem langen Engelshaar einherzugehen. Ein Schlag mit einem stumpfen Gegenstand auf den Hinterkopf des Halbbruders schaltet diesen als Liebeskonkurrenten aus – aber auch Mélisande ist mit ihrer Kraft am Ende. Jetzt kommt das bereits seit drei Stunden in Sphärenklängen schwebende Opern- und Museumsorchester zu voller Entfaltung: Unter der zuverlässigen Führung von Joana Mallwitz machten vor allem die Streicher mit zartestem Strich „das Geheimnis der Seele“ hörbar, die zuvor vom greisen König beschworen wurde.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

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Samstag
29. April 2017
Beginn
19.00 Uhr
Dauer
ca.  3 1/2 Stunden inkl. einer Pause     
Ort
Opernhaus
Abonnement
Serie 13
Preise
A

Besetzung

Musikalische Leitung
Joana Mallwitz
Regie
Claus Guth
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Tobias Heyder
Bühnenbild und Kostüme
Christian Schmidt
Licht
Olaf Winter
Chor
Tilman Michael
Dramaturgie
Norbert Abels
Arkel, König von Allemonde
Alfred Reiter
Pelléas
Björn Bürger
Mélisande
Gaëlle Arquez
Golaud, Enkel Arkels
Brian Mulligan
Geneviève
Judita Nagyová
Yniold, Golauds Sohn aus erster Ehe
Anthony Muresan
Ein Arzt
Thesele Kemane *
Stimme des Hirten
Brian Mulligan

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

* Mitglied des Opernstudios