Spielplan

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Johannes Martin Kränzle (Bariton)
Hilko Dumno (Klavier)

Ein Star kehrt nach schwerer Erkrankung ins Rampenlicht zurück: Johannes Martin Kränzle, der seit 1998 zu den Lieblingen des Frankfurter Ensembles zählt und mit einem über 100 Partien umfassenden Repertoire weltweit gefeiert wird – zuletzt bei seinem Debüt an der Metropolitan Opera in New York als Beckmesser (Die Meistersinger von Nürnberg) in der Spielzeit 2014/15. Wie eindrücklich und fein nuanciert der Bariton nicht nur auf der Opernbühne, sondern mit besonderer Vorliebe auch im Konzertrahmen Geschichten erzählt, davon konnte sich das Frankfurter Publikum bereits bei seinem letzten Liederabend an der Seite seines Kammermusikpartners Hilko Dumno im ausverkauften Haus überzeugen. Geradezu symbiotisch durchmessen die beiden sämtliche Farben, jede Höhe und Tiefe der dargebotenen Werke, was auch das in jüngerer Zeit gemeinsam aufgenommene Album Grenzen der Menschheit mit Liedern von Franz Schubert und Robert Schumann belegt. Durch seine Tätigkeiten als Komponist und Pädagoge (Gastprofessuren an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und an der brasilianischen Universität von Rio Grande do Norte in Natal) erweitert der »Sänger des Jahres« 2011 (Opernwelt) kontinuierlich das Perspektivenspektrum, mit dem er sich der Musik nähert – auf der Opernbühne wie im Konzertsaal.

Das Programm seines Liederabends finden Sie hier.

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So warm ist der Applaus zu Beginn eines Liederabends in der Oper Frankfurt selten ausgefallen. Mit dem 54-jährigen Bariton Johannes Martin Kränzle war ein langjähriges Ensemblemitglied zurückgekehrt. Mehr noch: Sein Auftritt bedeutete generell ein Wiederkommen auf die Bühne. Kränzle war offensiv mit seiner lebensbedrohlichen Knochenmarkserkrankung umgegangen, die ihn zuletzt zum Rückzug aus der Öffentlichkeit gezwungen hatte.
Mit fünf Liedern Gustav Mahlers eröffneten Kränzle und sein Klavierpartner Hilko Dumno ihren Liederabend. Ausgewählt hatte Kränzle Mahler-Vertonungen von Gedichten aus der Sammlung Der Knaben Wunderhorn, die sogleich existenzielle Fragen behandelten: „Ich weiß nicht, wie mir ist“ zeigte einen heiteren Grundton, „Nicht wiedersehen“ jedoch war ein Gesang von Abschiedsschmerz und Tod, den Kränzle mit tiefster Intensität gestaltete, mutig vor seinem eigenen Schicksal, tief ergreifend für die Besucher.
Nicht weniger an die Substanz gingen die sechs Monologe aus Hugo von Hofmannsthals Jedermann, die der Schweizer Frank Martin 1943 vertonte. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post


(…) Bisweilen aber soll und darf die Musik auch kommentieren, stimmungsvertiefend nachkarten. So an manchen Stellen der Wunderhorn-Lieder Gustav Mahlers, mit denen der Abend begann. Kränzle erzählt unvergleichlich auch mit Gesicht, Händen und dem ganzen Körper die absurde Geschichte von dem Heiligen Franziskus, der – in Ermangelung ihm zuhören wollender Menschen – den Fischen predigt. Sie nicken beifällig – und schwimmen ihrer von Dumno stets am Fließen gehaltenen Wege. Im folgenden „Trost im Unglück“ nimmt der Bariton mit seiner schlanken, doch kraftvollen Stimme gleich zwei Rollen ein, einen gebieterischen Husaren und ein keckes Mädchen.
(…) Ein großartiger Abend!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) In der zweiten Konzerthälfte widmet sich Kränzle ganz dem jüdischen Idiom und lässt dessen universale Welt- und Lebenssicht korrespondieren mit den deutsch textierten Mahler- und Martin-Stücken. Nach Ravels gläsern-sparsam grundierten Deux mélodies hébraïques brachte Kränzle Zwölf Songs nach alten jiddischen Weisen (1984) zu Gehör, die der Frankfurter Komponist Richard Rudolf Klein einfühlsam mit einer inspiriert elaborierten Klavierstimme unterlegte. Sehr ansprechend hielt er den (jetzt von dem Pianisten Hilko Dumno mit ähnlich unverbrüchlicher Sicherheit und Pointierung wie alles andere beigetragenen) Klavierpart in der Mitte zwischen volksliedhafter Schlichtheit und artifizieller Verdeutlichung.
Kränzle zog dabei alle Register der komischen, halbkomischen und tragisch-grotesken Ausdeutung. Das Jiddische, ohnedies mit seinem im Wesentlichen deutschen Wortschatz mehr als halb verständlich, geriet in Kränzles lebhafter Kolorierung zu einem zauberhaft eingängigen Medium. Unter den Zugaben ein kleines Fenster auf Hugo Wolf: dessen Miniatur vom erotisch salvierten „Schäfer“ nochmals ein Kabinettstück theatralischer Vokal-Präsenz.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

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Dienstag
13. Dezember 2016
Beginn
20.00 Uhr
Ort
Opernhaus
Abonnement
Serie 18
Preise
B

Besetzung

Bariton
Johannes Martin Kränzle
Klavier
Hilko Dumno