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Ernani (konzertante Aufführung)

Giuseppe Verdi 1813-1901

Oper in vier Akten
Text von Francesco Maria Piave nach dem Drama Hernani ou L`Honneur castillan (1830) vonVictor Hugo
Uraufführung am 9. März 1844, Teatro La Fenice, Venedig

Konzertante Aufführung
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Einführung vor jeder Vorstellung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Ernani, ein Bandit Alfred Kim
Don Carlos, König von Spanien Quinn Kelsey
Don Ruy Gomez de Silva Kihwan Sim
Elvira, seine Nichte und Verlobte Elza van den Heever
Giovanna, ihre Vertraute Maria Pantiukhova
Don Riccardo, Waffenträger des Königs Ingyu Hwang
Jago, Waffenträger Don Ruys Thomas Faulkner

Gleich drei Männer machen sich gegenseitig das Herz der schönen Elvira streitig: ihr Onkel, der rachsüchtige, alternde spanische Grande Don Ruy Gomez de Silva, sodann der von ihr wiedergeliebte Adelsspross Ernani, der als Bandit mit einer Räuberbande umherzieht, und schließlich der heißblütige spanische König Carlos, der sich nach seiner Wahl zum Deutschen Kaiser zum staatsmännisch klugen, edel verzichtenden Wohltäter wandelt. In hochdramatisch zugespitzten Situationen stehen sich diese drei immer wieder als gewalttätige Kontrahenten gegenüber, die von Elvira nur unter Einsatz des eigenen Lebens getrennt werden können. Als das Happy End für die beiden Liebenden schließlich greifbar geworden ist, führt ein abstruser Ehrbegriff zur finalen Katastrophe. Die zwischen verschiedenen historischen Schauplätzen hin- und herspringende Geschichte wird zur Folie einer ungemein modernen Charakterzeichnung des jungen Verdi, der sich hier erstmals als psychologisch feinfühliger und wirkungssicherer Menschenschilderer präsentiert.

Nachdem Giuseppe Verdi mit Nabucco 1842 der erste große Erfolg gelungen war, wollte er neue Wege gehen: Die für Venedig geschriebene, 1844 am Teatro La Fenice uraufgeführte Oper Ernani greift mit der Dramenvorlage Victor Hugos nicht zufällig ein Schlüsselwerk der französischen Romantik auf. Im Vorwort zu seinem Versdrama Cromwell hatte Hugo 1827 das Manifest der neuen literarischen Bewegung verfasst, die der klassizistischen Ästhetik endgültig den Rücken kehrte und sich in Rückbesinnung auf Shakespeare für das Abseitige, Hässliche, bis ins Groteske getriebene Extrem interessierte. Inspiriert von den schwankenden, brüchigen Charakteren des Schauspiels Hernani ou L’Honneur castillan schuf Verdi ein packendes Musikdrama, das dem romantischen Ideal lebensnaher Darstellung jenseits glättender Harmonie folgte und den zerrissenen Figuren auch auf der Opernbühne pralles Leben einhauchte.