Spielplan

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Der Spieler

Igrok

Sergei S. Prokofjew 1891-1953

Oper in vier Akten
Text vom Komponisten nach dem Roman Igrok (1866) von Fjodor M. Dostojewski
Uraufführung der 2. Fassung am 29. April 1929, Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Einführung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn vor jeder Vorstellung im Holzfoyer

General a. D. Andreas Bauer
Polina, Stieftochter des Generals Sara Jakubiak
Alexei, Hauslehrer der Kinder des Generals Frank van Aken
Babuschka Hedwig Fassbender
Der Marquis Theo Lebow
Mr. Astley Iurii Samoilov
Blanche Paula Murrihy
Fürst Nilski Peter Marsh
Baron Würmerhelm Magnús Baldvinsson
Potapitsch, Haushofmeister der Großmutter Dietrich Volle
Direktor des Casinos Thesele Kemane
1. Croupier Michael McCown
2. Croupier Ingyu Hwang

Dicker Engländer Magnús Baldvinsson
Langer Engländer Thomas Faulkner
Eine aufgetakelte Dame Anny Ryberg
Eine blasse Dame Louise Alder
Eine Dame "comme ci comme ça"Julia Dawson
Eine verehrungswürdige Dame Anikó Takács
Eine verdächtige Alte Sara Mehnert
Hitziger Spieler Peter Marsh
Krankhafter Spieler Hans-Jürgen Lazar
Buckliger Spieler Isaac Lee
Verbitterter Spieler Ludwig Mittelhammer
Alter Spieler Carlos Krause
 

Als Fjodor M. Dostojewski in nur 26 Tagen seinen Roman Der Spieler verfasste, wusste er genau, worüber er schrieb: das Glücksspiel. Die alle menschlichen Gefühle überrollende Sucht hat er aus der Perspektive des jungen Hauslehrers Alexej geschildert, der zur Entourage einer zwielichtigen Gesellschaft im fiktiven Roulettenburg gehört. Der pensionierte General ist noch einmal entflammt, seine Angebetete Blanche aber spekuliert einzig auf die zu erwartende Erbschaft. Tatsächlich ist der General bankrott und musste dem Marquis bereits seinen gesamten Besitz verpfänden. Dieser hat ein Auge auf Polina, die Ziehtochter des Generals, geworfen. In sie ist auch Alexei leidenschaftlich verliebt. Doch dann taucht die angeblich auf dem Sterbebett liegende Erbtante überraschend rüstig auf, um ihr Vermögen eigenhändig zu verspielen. Selbst Alexei wird vom Sog des Spielrausches erfasst. Sein verzweifelter Glücksspiel-Nihilismus saugt schluss-endlich alles auf. Prokofjew vermeidet die große Geste und sieht sich als klar akzentuierte Begleitung des Bühnengeschehens. Dabei behandelt er den Gesang wie direkte Rede und in scharfer musikalischer Unmittelbarkeit. Regisseur Harry Kupfer lässt diese Geschichte Ende der 1920er Jahre in einem riesigen Kasino spielen, in dessen Zentrum das Rad eines Roulettetisches rotiert, auf dem die Spieler selbst zu unkontrollierten Kugeln im gesellschaftlichen Raum werden.