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Der goldene Drache

Peter Eötvös *1944

Musiktheater (2013/14)
Libretto von Roland Schimmelpfennig nach dem gleichnamigen Theaterstück (2009), eingerichtet von
Peter Eötvös
Kompositionsauftrag von Oper Frankfurt und Ensemble Modern

Einführung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn vor jeder Vorstellung im Bockenheimer Depot

Die junge Frau (der Kleine) Karen Vuon
Die Frau über sechzig (alte Köchin, Enkeltocher, die Ameise, Hans, chinesische Mutter) Hedwig Fassbender
Der junge Mann (junger Asiate, Kellnerin, Großvater, die Grille, chinesische Tante) Ingyu Hwang*
Der Mann über sechzig ( alter Asiate, Eva die dunkelbraune Stewardess, Freund der Enkeltocher, chinesischer Vater) Hans-Jürgen Lazar
Der Mann (ein Asiate, Inga die blonde Stewardess, chinesischer Onkel) Holger Falk

Die Parallelwelten von Einheimischen und Immigranten berühren sich. In einem Asia-Imbiss: Ein junger Mann aus China, der seine Schwester sucht, hat keine Papiere und leidet unter fürchterlichen Zahnschmerzen. Ihm wird ein fauler Zahn gezogen. Mit einer Rohrzange. Der Zahn landet in einer Thai-Suppe und wenig später im Mund einer Stewardess, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt. Genau wie die anderen: Ein Mann wird alt und wünscht sich etwas, das ihm niemand erfüllen kann. Eine Frau wird schwanger, doch ihr Mann will das Kind nicht haben. Ein anderer Mann wird von seiner Frau verlassen. Eine Grille arbeitet für eine Ameise und wird zunehmend von ihr ausgebeutet …

Roland Schimmelpfennig, einem der meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatiker, ging es in seinem Theaterstück keineswegs um eine Dokumentation: »Der Drache arbeitet mit den einfachen Mitteln der Ansage und der Verstellung und des ›Vorspielens‹, aber das Ziel des Stücks ist nicht Distanz, sondern das Gegenteil: Nähe. Identifikation.« Peter Eötvös, einer der erfolgreichsten Opernkomponisten unserer Zeit, ließ sich durch Schimmelpfennigs Bühnen- 
und Gedankenwelt inspirieren. Eötvös begreift die Musik als intensive Kommunikation zwischen Komponisten, Interpreten und Publikum. Komponieren besteht für ihn »aus Verzauberung der Zuhörer durch Klang«.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe HEIM.SPIELE. (Einen Trailer finden Sie hier). Eine Kooperation mit dem Ensemble Modern auf Einladung der Oper Frankfurt. Mit großzügiger Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Aventis Foundation, der Deutsche Bank Stiftung, der Crespo Foundation, der Dr. Marschner Stiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Freunde des Ensemble Modern e.V. und der Stadt Frankfurt.

(…) Die ohne Zinnober launig-spritzige, unbeschwert erzählerische Inszenierung der jungen Regisseurin Elisabeth Stöppler beginnt mit einer Perkussion des gesamten Ensembles auf metallenem Küchengerät. (…).
Die fünf bravourös beweglichen Sängerdarsteller wechseln zwischen mehreren Rollen und bedienen sich dabei aus dem derangierten Fundus auf der „arm“ ausgestatteten Bühne von Hermann Feuchter. Es wird ungekünstelt gesungen, mit sprechtheaterhafter Verständlichkeit.
Sopranistin Karen Vuong gibt dem Jungen so schmerzbewegt expressive wie lyrisch weiche Züge. Mit viel Spielwitz wechselt der junge Tenor Ingyu Hwang zwischen seinen Rollen. Hans-Jürgen Lazar (Tenor) und Holger Falk (Bariton) geben den Männerfiguren Statur und spielen mit einem charmanten Humor der vokalen Geschlechtsübertretung ein Stewardessengespann; Hedwig Fassbender gibt mit einem profund fülligen Mezzosopran vehement die älteren Frauenfiguren. Klar fokussierend leitet Hartmut Keil am Dirigentenpult die Aufführung.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(…) Wer vor zwei Jahren keine Zeit hatte, Peter Eötvös’ böse Opernkomödie Der goldene Drache zu bestaunen, sollte jetzt die Wiederaufnahme nutzen. Mit Ensemblemitglied Karen Vuong als kleinem Chinesen (und der jungen Frau), der auf spektakuläre Weise seinen Zahn verliert, lässt sich eine Rollennovizin bewundern, die nicht nur stimmlich Hochdramatisches zu leisten versteht, sondern auch als Asiatin geradezu ideal für die tragikomische Rolle besetzt ist.
Gleiches gilt für den koreanischen Rollendebütanten und Opernschüler Ingyu Hwang, der tenoral intensiv in sechs verschiedenen Charakteren aufgeht und besonders als gedemütigte Grille darstellerisch tief bewegend agiert.
Star des Abends ist neben der amerikanischen Sopranistin Karen Vuong die mit biestig böser Stimm- und Darstellungswucht auftrumpfende Hedwig Fassbender, mit der die umjubelte Bösewichtin der Uraufführung ins Bockenheimer Depot zurückkehrt. Allein die Aussicht, sie ihr hinterlistiges Ameisenzischen „Kannst Du tanzzzen?“ singen zu hören, oder zu sehen, wie sie der hungrigen Grille immer wieder entgegenschleudert „Wir geben nichtzzzz“, ist den Besuch wert.
Das grandiose Sängerquintett wird komplettiert durch Hans-Jürgen Lazar und Holger Falk, die ihre komödiantischen Höchstleistungen als Stewardessen wiederholen und ebenfalls bei der Premierenserie mit von der Partie waren. Der ehemalige Kapellmeister der Oper Frankfurt, Hartmut Keil, dirigiert die sechzehn Musiker des Ensembles Modern farbenreich im Rausch des abgründigen Meisterwerks, das der ungarische Komponist zu Roland Schimmelpfennigs Erfolgstheaterstück erschaffen hat.
Corinna Tetzel leitet die szenische Wiederaufnahme bravourös und setzt Elisabeth Stöpplers Inszenierung, Norbert Ommers Klangregie und das magisch schimmernde Müll-Bühnenbild von Hermann Feuchter in allerbestes Licht. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Die ohne Zinnober launig-spritzige, unbeschwert erzählerische Inszenierung der jungen Regisseurin Elisabeth Stöppler beginnt mit einer Perkussion des gesamten Ensembles auf metallenem Küchengerät. (…).
Die fünf bravourös beweglichen Sängerdarsteller wechseln zwischen mehreren Rollen und bedienen sich dabei aus dem derangierten Fundus auf der „arm“ ausgestatteten Bühne von Hermann Feuchter. Es wird ungekünstelt gesungen, mit sprechtheaterhafter Verständlichkeit.
Sopranistin Karen Vuong gibt dem Jungen so schmerzbewegt expressive wie lyrisch weiche Züge. Mit viel Spielwitz wechselt der junge Tenor Ingyu Hwang zwischen seinen Rollen. Hans-Jürgen Lazar (Tenor) und Holger Falk (Bariton) geben den Männerfiguren Statur und spielen mit einem charmanten Humor der vokalen Geschlechtsübertretung ein Stewardessengespann; Hedwig Fassbender gibt mit einem profund fülligen Mezzosopran vehement die älteren Frauenfiguren. Klar fokussierend leitet Hartmut Keil am Dirigentenpult die Aufführung.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Auch in der (am Bockenheimer Depot seltenen) Wiederaufnahme wirkt das Stück immer noch wie aus einem Guss; Regie, Bühnenbild, Musik und Gesang greifen außergewöhnlich gut ineinander und bieten einen ansprechenden Abend, experimentell und gelungen, sperrig und angenehm zugleich.

Stephan Eckel, www.bachtrack.com

Ihre Auswahl

Wiederaufnahme
Samstag
03. Dezember 2016
Beginn
19.30 Uhr
Dauer
ca. 1 1/2 Stunden ohne Pause
Ort
Bockenheimer Depot
Preise
65/50/20 €

Besetzung

Musikalische Leitung
Hartmut Keil
Regie
Elisabeth Stöppler
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Corinna Tetzel
Bühnenbild
Hermann Feuchter
Kostüme
Nicole Pleuler
Licht
Jan Hartmann
Klangregie
Norbert Ommer
Dramaturgie
Zsolt Horpácsy
Die junge Frau (der Kleine)
Karen Vuong
Die Frau über sechzig (alte Köchin, Enkeltochter, die Ameise, Hans, chinesische Mutter)
Hedwig Fassbender
Der junge Mann (junger Asiate, Kellnerin, Großvater, die Grille, chinesische Tante)
Ingyu Hwang
Der Mann über sechzig (alter Asiate, Eva die dunkelbraune Stewardess, Freund der Enkeltochter, chinesischer Vater)
Hans-Jürgen Lazar
Der Mann (ein Asiate, Inga die blonde Stewardess, chinesischer Onkel)
Holger Falk

Ensemble Modern