Spielplan

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Betulia liberata
Eine Kirchenbegehung

Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791

Frei nach der Azione sacra von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Pietro Metastasio
Uraufführung unbekannt,  Komposition 1771

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Einführung vor jeder Vorstellung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot

Titus Engel Musikalische Leitung
Ozia (Tenor) Theo Lebow / Michael Porter (26., 29. Juni, 2. Juli)
Giuditta (Mezzo) Ezgi Kutlu
Amital (Sopran) Karen Vuong
Achior (Bass) Brandon Cedel
Cabri (Sopran) Sydney Mancasola
Schauspieler Marek Sarnowski

Sieg mit Waffengewalt durch den Beistand Gottes: Dieses Motiv zieht sich durch die Jahrtausende und offenbart immer wieder seine erschreckende Fragwürdigkeit. Im Zentrum der Handlung von Betulia liberata steht mit Judith eine gläubige und zugleich politisch handelnde Frau. Sie wird durch eine blutrünstige Tat zur Retterin des Staatswesens: Während der Belagerung ihrer Vaterstadt Betulia durch die Armee der Assyrer unter dem Feldherrn Holofernes begibt sich die Witwe Judith – getragen von der Zuversicht durch den eigenen Glauben – in das feindliche Lager, gewinnt das Vertrauen des Holofernes und schlägt dem Schlafenden das Haupt ab. Unbemerkt gelangt sie in die belagerte Stadt zurück. Als der Mord entdeckt wird, treten die Besatzer die Flucht an.

Der alttestamentarische Stoff wurde ein Libretto-Hit. Allein die Fassung von Pietro Metastasios Azione sacra erlebte unzählige Vertonungen. Sie besaß eine offenkundige allegorisch-historische Dimension: die Erinnerung an den zum Heldenmythos gewordenen Einsatz Wiens während der Belagerung durch die Türken 1683.

Die vom erst 15-jährigen Mozart feinsinnig angelegte Musik bleibt stilistisch der italienischen Tradition des Spätbarock verbunden, selbst wenn sich die Einflüsse der Opera seria mit den Stilmitteln der groß angelegten katholischen Kirchenkomposition vermischen. Da-capo-Arien reihen sich aneinander, unterbrochen von Chortableaus mit ungewöhnlichen solistischen Episoden, deren Texte allgemeingültige Glaubensbekenntnisse vermitteln und sich von der eigentlichen Handlung lösen. Diese Struktur erlaubt oder fordert von einer modernen Interpretation sogar einen Blick auf religiöse Grundsatzfragen. Ist unser Alltag nicht von Nachrichten überschattet, die religiöse Konflikte, Intoleranz und Fanatismus beinhalten? Um die Suche nach einer (Ersatz-)Religion, um die Bestätigung eigener Glaubensbekenntnisse und zugleich um die Frage nach dem eigenen Sein kreist die Inszenierung dieses großartigen Jugendwerks.

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Premiere
Mittwoch
21. Juni 2017
Beginn
19.30 Uhr
Dauer
ca. 1 Stunde 40 Min. ohne Pause
Ort
Bockenheimer Depot
Abonnement
Serie 26
Preise
80/50/25 €

Besetzung

Musikalische Leitung
Titus Engel
Regie
Jan Philipp Gloger
Bühnenbild
Franziska Bornkamm
Kostüme
Katharina Tasch
Licht
Jan Hartmann
Dramaturgie
Zsolt Horpácsy
Einstudierung Vocalensemble
Felice Venanzoni
Tenor
Theo Lebow
Mezzosopran
Ezgi Kutlu
Sopran I
Karen Vuong
Bass
Brandon Cedel
Sopran II
Sydney Mancasola
Schauspieler
Marek Sarnowski

Vocalensemble
Frankfurter Opern- und Museumsorchester