Gästebuch

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Premiere von "Les Troyens":
Was für eine Begeisterung für das Ensemble und den einen (!) Gast. Details dazu bspw. in "Musik heute" vom 20.02.2017.
Aber, liebe Oper Frankfurt: Was für eine vertane Chance, mit diesen hervorragenden Sängerinnen (!), dem Chor und dem Orchester eine szenisch überzeugende Aufführung zu erarbeiten... Die getanzten Banalitäten sind schwer zu ertragen (wer sehen will, wie Tanz in der Oper heute noch geht, möge die Frankfurter "Carmen" sehen!) und eine mögliche politische Botschaft des Stückes scheint es derzeit nicht (mehr?) zu geben - (wo war hier die Frankfurter Dramaturgie?).
Schade, sehr schade....

Wir sahen gestern 18.2., einen sensationell guten und ergreifenden PETER GRIMES in Wiesbaden mit Lance Ryan in der Titelrolle. Einen Grimes, der so unter die Haut geht, habe ich mein Leben noch nicht gesehen, auch nicht in Frankfurt. Nun ist der hiesige Grimes ja auch schon wieder etliche Jahre her, deshalb die Frage: Liebe Oper Frankfurt, können Sie diese Produktion nicht später mal übernehmen? Sie würde in die Reihe der guten Britten Inszenierungen sehr gut hineinpassen.

Ich hatte Karten für "Der Spieler" nur deshalb gekauft, um noch einmal Anja Silja zu erleben. Nach ihrer Absage war ich zunächst enttäuscht, aber das erwies sich als unbegründet, denn Frau Fassbender gestaltete die Rolle mit großer Ausdruckskraft und Bühnenpräsenz. Auch die anderen Mitwirkenden waren großartig, insbesondere Frank van Aken in der äußerst anspruchsvollen, vollen Einsatz fordernden Rolle als Alexej. Er zeigte körperlich, darstellerisch und gesanglich eine ganz besonders herausragende Leistung, die große Bewunderung verdient. Ebenfalls großartig war Andreas Bauer als General und in einer kleineren Rolle Jurii Samoilow.Unser fabelhaftes Orchester und unser hochgeschätzter GMD Weigle waren wie immer bewundernswert und völlig souverän. Regie und Bühnenbild waren wie in der Premiere äußerst beeindruckend, auch durch den Einsatz der 3 ! Drehbühnen, der vielen bunten Farben und der sehr einfallsreichen und spannenden Personenführung. Und endlich einmal muß den Technikern, den Licht-und Videogestaltern und dem gesamten technischen Personal ein Sonderlob ausgesprochen werden. Also war das wieder ein sehr eindrucksvoller Abend, wofür ich allen Beteiligten danke.

Ich habe gestern (29.1.2017) den Xerxes erlebt, und Herr Grossmann hat am 22.1.2017 in seinem Beitrag hier eigentlich alles geschrieben, was man dazu sagen muss. Zwei Ergänzungen habe ich: Erfreulicherweise hat sich Herr Köhler verkniffen, die bis dahin traumhafte Oper mit einem Schuss zu beenden, so dass man sich den lieto fine herbeidenken konnte. Beim Radamisto fehlte ihm diese Zurückhaltung, wodurch das gesamte, bis dahin positive Erlebnis versaut wurde. Zweitens. Auch wenn jeder Fußballer sagt, nicht er sei wichtig, sondern das Team, und vielleicht auch ein Mitglied eines Opernensembles so etwas sagen soll: Wenn jemand wie Frau Sutphen als Mitglied des Opernstudios auf Augenhöhe mit Weltstars singt und spielt, dann ist das ein Sonderlob wert. Das führt zu Fremd-Stolz-Sein (das Gegenteil von Fremdschämen). Das ganze Ensemble war hervoragend und hat jede Sekunde Applaus verdient, aber für die noch nicht so routinierte Frau Sutphen war die Leistung vielleicht noch größer. Man wird (hoffentlich) noch viel von ihr hören!

viva verdi!!! als der saison prospekt 2016/17 erschien, war "ernani" meine größte (vor-)freude. und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im gegenteil: der 22.1.17 war eine sternstunde der frankfurter oper.
konrad kuhn machte mit seiner wunderbaren einführung schon sehr viel lust und freude - großes kompliment! ich habe die oper einmal szenisch gesehen vor jahren in zürich (das geld kann man wirklich sparen), sie aber rauf und runter gehört mit DER aufnahme unter schippers mit price, bergonzi, flagello und allen voran mario sereni!!! dass frankfurt mit franco vassallo einen bariton fand, der es mit sereni aufnehmen konnte, war die schönste überraschung. die erwartung an elza van den heever war sehr hoch, aber nicht zu hoch, wie sie gezeigt hat. kihwan sim war meines erachtens noch nie besser, alfred kim war am ende ganz nah bei bergonzi und auch die comprimari waren sehr gut. dass in frankfurt chor und orchester so brillieren, war womöglich nicht nur der verdienst der dirigentin, sie sind einfach gut! allerdings hatte simone young einfach alle im griff - sogar das publikum... dass kritiker vor allem bei verdi's frühen opern immer wieder gerne auf "hmtata" kommen müssen, tut mir gerade bei dieser hinreissend schönen musik richtig weh. wann kommen il corsaro, due foscari etc.?